Abriss Frühsommer 2009

Im Mai 2009 begann trotz zahlreicher öffentlicher Reaktionen und einer Sitzung im Denkmalausschuss der Architektenkammer, in der Christoph Langhof anwesend war, der Abriss. Dieser wurde im Februar 2013 vollendet.

Im Frühjahr 2013 wurde die Baugrube ausgehoben, am 25. Juni 2014 erfolgte die Grundsteinlegung. Das Hochhausprojekt Upper West soll bis 2016 fertiggestellt sein.

Schimmelpfenghaus (2008)

Die Existenz des Gebäudes ist im Zuge der Umstrukturierung des „Zoofensters“ akut gefährdet: Die Überbauung des Zoodreiecks mit einem Hochhaus unter Einbeziehung eines Abschnitts des Schimmelpfenghaus steht bevor, eine Blockrandschließung vor dem Zoopalast wird nicht ausgeschlossen, die grundlegende Instandsetzung des Bikinihauses steht an.

Der Verein möchte diese Perspektive, die seit Jahren als beschlossen gilt, hinterfragen und weist auf die Bedeutung des Hauses als Beispiel der Nachkriegsmoderne und auf Qualitäten im städtebaulichen Umfeld der Gedächtniskirche und des Bahnhofs Zoo hin.

Hinter der teilweise heruntergekommenen und ungepflegten Substanz verbergen sich nämlich Werte, die nur wieder herausgekehrt, nicht aber ersetzt werden müssen. Der Verein teilt die Meinung, dass der Bereich um den Bahnhof einer Erneuerung bedarf, sieht aber Chancen in der Einbeziehung qualitätsvoller überlieferter Substanz in eine durch Neubauten ergänzte neu belebte City. Daher treten wir dafür ein, dass dieses städtebaulich wertvolle und für die Raumwirkung des Breitscheidplatzes entscheidende Gebäude erhalten und in das neugestaltete Stadtensemble integriert wird.

Das Schimmelpfenghaus bereichert das Zooviertel als ein qualitätvolles Werk der Architekten Sobotka und Müller aus den Jahren1957-60 und ist ein unentbehrlicher Bestandteil eines einzigartigen Stadtensembles. Die Addition und Ausrichtung der zwei Baukörper fasst den Raum um die Gedächtniskirche für das Auge klar verständlich ein. Dies veranschaulicht ein Konzept der Geschlossenheit, das dem Anspruch des Planwerks Innenstadt entspricht und damit ganz aktuell ist. Das Schimmelpfenghaus ergänzt mit seiner klaren architektonischen und städtebaulichen Aussage in sorgfältig abgestimmter Höhe, Gliederung und Materialwahl als Zeugnis der Nachkriegsmoderne das Dokument der Gedächtniskirche. Die Überbauung der Kantstraße mit begleitenden mächtigen Pylonen war in der Zeit eine außerordentliche Lösung: Zu dem durch die Natursteinfassade konservativ wirkenden Bau wurde ein an Le Corbusiers erinnerndes Motiv hinzugefügt.

Presseinladung (27.05.2009)

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