Borussia-Monument

Die Bismarck-Büste um 1890 (Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf) The Bismarck bust ca. 1890 (Source: District authority of Steglitz-Zehlendorf)
Das stark beschädigte Borussia-Monument (Landesarchiv Berlin 1974) The severely damaged Borussia monument (Source: Landesarchiv Berlin 1974)
Der Landschaftsgarten der Villa Wild mit Borussia und Ausblicken auf den Wannsee um 1908 (Heikamp, Detlef (Hrsg.): Schlösser und Gärten Berlin, Band 1, Tübingen 1980) The landscape garden of Villa Wild with Borussia monument and views of the Wannsee ca. 1908
Die Villenkolonie am Wannsee um 1880, nach einer Originalzeichnung von Theuerkauf, im Vordergrund die Villa Wild (Der Senator für Bau- und Wohnungswesen (Hrsg.): Umbau und Restaurierung eines Landhauses. Heft 2, Berlin 1977, S. 1) The Villenkolonie at the Wannsee ca. 1880, after an original drawing by Theuerkauf; in the foreground is the Villa Wild

Borussia-Monument

 

Westlich des Großen Wannsees wurde 1869 die Villenkolonie Alsen gegründet. Am östlichen Ufer entstand ab 1875 die Villenkolonie Wannsee; hier ließ der Lampenfabrikant Emil Wild eine spätklassizistische Villa errichten. Im westlichen Gartenteil der Villa Wild thronte an höchster Stelle der Wannseedünen auf einer zweigeschossigen Terrassenanlage als Symbol für den Staat Preußen das überlebensgroße Standbild der Borussia. Der Entwurf für die um 1880 im Stil der italienischen Spätrenaissance gestaltete Aussichtsplattform stammt von dem Berliner Architekten Ernst Sputh (gest. 1906). Die neobarocke Sandsteinfigur der Borussia wurde nach künstlerischer Vorlage der Bildhauer Eduard und Andreas Lürssen von den königlichen Hofsteinmetzen Paul Wimmel (1841-1909) und Paul Rasche (1838-1908) gestaltet.

 

In Nähe des Borussia-Monuments stand in der angrenzenden, öffentlichen Grünanlage eine kolossale Bismarck-Büste, ein Werk des Berliner Bildhauers Reinhold Begas (1831-1911). Die Büste wurde 1945 abgebaut und eingelagert.

 

Der westliche Gartenteil mit dem Borussia-Monument wurde 1975 vom Villengrundstück abgetrennt und der Grünanlage angegliedert. Dem Monument setzte in der Folgezeit Vandalismus stark zu.

 

Die 2009 abgeschlossene Restaurierung von Skulptur und Terrassenanlage sowie die Aufwertung des Umfeldes (u.a. Freistellung von Blickbeziehungen zum Wannsee) erfolgten mit Mitteln der v.-Hinckeldey-Stiftung Berlin, der Gartendenkmalpflege des Landesdenkmalamtes Berlin und des Bezirksamts Steglitz-Zehlendorf. Durch das Bezirksamt wurde 2013 in der Grünanlage die Bismarck-Büste wieder aufgestellt.

 

 

The Borussia Monument

 

In 1869, the Alsen villa colony was built on the west side of the “Grosser Wannsee”. Construction on its counterpart on the east side, the Wannsee villa colony, began in 1875. One of the first houses was the Villa Wild, designed in 1875 in the late neo-classicist style for the lamp manufacturer Emil Wild. A large statue of Borussia, the national personification of Prussia, was erected in 1880 on a viewing platform in the park of the Villa Wild. Berlin architect Ernst Sputh (d. 1906) designed the viewpoint in the style of the late Renaissance. The neo-baroque sand-stone statue was sculpted by the Royal stonemasons Paul Wimmel (1841–1909) and Paul Rasche (1838–1908). In the adjacent green space, not far from the Borussia Monument, was a colossal bust of Bismarck by Berlin sculptor Reinhold Begas (1831–1911).

 

In 1975, the western section of the Villa Wild park was merged with the green space where the Bismarck Monument had stood – the bust of Bismarck was put in storage in 1945. Subsequently, vandalism of the Borussia Monument increased; the damage became so serious that the monument was closed to the public. After two years of restoration work, the Borussia Monument was inaugurated in 2009, which at the same time freed up the old vistas of the Wannsee once again. In 2013 the bust of Bismarck was re-erected in the park.

Schinkelplatz

Entwurf zur Gestaltung des Platzes von 1886/87, Plan von August 1885 (Quelle: Landesarchiv Berlin) Design plan for Schinkelplatz 1886–1887, August 1885 (source: Landesarchiv Berlin)
Luftbild 1993, in der Mitte oberhalb der Friedrichswerderschen Kirche der Bau des DDR-Außenministeriums (Foto: DSK) Aerial view 1993, at the centre behind Friedrichswerdersche Church is the long building of the GDR Ministry of Foreign Affairs (photo: DSK)
Der Schinkelplatz in der Gestaltung von 1886/87, Aufnahme von 1888 (Foto: Landesdenkmalamt Berlin) Schinkelplatz, design of 1886–1887, photographed in 1888 (photo: Landesdenkmalamt Berlin)
Das Schinkel-Denkmal mit den Karyatiden am Sockel, rechts die Architektur, links die Bildhauerei, um 1935 (Foto: Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege) Schinkel monument with caryatids on the pedestal; on the right, Architecture; on the left, Sculpture, ca. 1935 (photo: Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege)

Das älteste erhaltene Gebäude in Friedrichswerder ist die 1824-31 von Karl Friedrich Schinkel (1781-1841) erbaute Friedrichswerdersche Kirche. Östlich der Kirche lag die Bauakademie, 1832-36 ebenfalls nach Entwürfen Schinkels errichtet. Der ‚Platz an der Bauakademie’ wurde 1837 durch Peter Joseph Lenné als Schmuckplatz angelegt. Nach Errichtung der Denkmale für Albrecht Thaer (1860) und Peter Christian Wilhelm Beuth (1861) erhielt der Platz 1869 anlässlich der Aufstellung des Denkmals für Karl Friedrich Schinkel und in Würdigung seines Lebenswerks den Namen ‚Schinkelplatz’.

 

Das Denkmal-Ensemble auf dem Platz ist ein Werk der Rauch-Schule. Christian Daniel Rauch (1771-1857) entwarf das Thaer-Denkmal. Es ist sein spätestes Werk, vor dessen Vollendung er verstarb, so dass sein Schüler Hugo Hagen (1818-1871) die Arbeit beendete. Das Beuth-Denkmal entstand in Zusammenarbeit der Rauch-Schüler August Kiss (1802-1865) und Friedrich Drake (1805-1882); Kiss entwarf die Statue und Drake die Reliefs. Von Drake stammte dann auch der Entwurf für das Schinkel-Denkmal.

 

Die Aufstellung der Denkmale spiegelte das erstarkte Selbstbewusstsein des preußischen Bürgertums wider. Erstmals wurden in der preußischen Hauptstadt Vertreter des Bürgertums auf den Sockel gehoben: sie waren „die ersten Helden auf öffentlichem Platze ohne Degen!“, wie Rauch 1857 treffend bemerkt hatte.

 

1886/87 wurde der Schinkelplatz mit ornamentiertem Mosaikpflaster versehen, ein Springbrunnen errichtet, eine monumentale Exedra (Rund-Bank) aus poliertem Granit aufgestellt und die Denkmale erhielten traditionelle Schutz- und Schmuckgitter. Aus dem Stadtbild verschwanden Schinkelplatz und Bauakademie 1962 mit Errichtung des Außenministeriums der DDR; die Denkmale wurden anderweitig in Berlin aufgestellt. Nach dem Abriss des Gebäudes 1996 entstand der Schinkelplatz in provisorischer Form wieder.

 

Die gartendenkmalpflegerische Wiederherstellung des Schinkelplatzes konnte 2007/2008 dank erheblicher finanzieller Unterstützung des Bundes, des Landes Berlin sowie der v.-Hinckeldey-Stiftung Berlin in die Wege geleitet werden. Als prägende Platzelemente von 1886/87 entstanden: der Springbrunnen, die Exedra und die Denkmalsockel aus Granit mit den Schmuckgittern, die aufwändige, farbige Mosaik-Pflasterung und die Beleuchtung. Besondere Sorgfalt wurde auf die Wiederherstellung des erzählenden Bildschmucks des Beuth- und Thaer-Denkmals gelegt. Die fünf verschollenen Reliefs des Thaer-Denkmals sowie die vier verloren gegangenen Karyatiden des Schinkel-Denkmals - sie verkörpern Geschichte, Architektur, Malerei und Bildhauerei - modellierte der Bildhauer Hans Starcke anhand historischer Bildaufnahmen. Nach diesen Modellen wurden die Thaer-Reliefs gegossen und zuletzt 2011 die Karyatiden als Vollendung der Wiederherstellung des Schinkel-Denkmals.

 

 

Schinkelplatz — Schinkel Square

 

 

The oldest surviving building in Friedrichswerder is Friedrichswerder Church, built 1824–1831 by Karl Friedrich Schinkel (1781–1841). To the east of the church lay the Bauakademie (Building Academy), which was also erected according to plans by Karl Friedrich Schinkel in 1832–1836.

 

In 1837 “Bauakademie Square” was laid out by Peter Joseph Lenné as an ornamental urban space. Monuments to Albrecht Thaer (1860) and Peter Christian Wilhelm Beuth (1861) were erected on it; in 1869, when the monument to Karl Friedrich Schinkel was added in honour of the great architect, the square was re-named “Schinkel Square”.

 

The ensemble of monuments on Schinkelplatz is the work of the Rauch School. Christian Daniel Rauch (1771–1857) designed the monument to Thaer. It was his last work, and he died before its completion. His student Hugo Hagen (1818–1871) finished the monument. The Beuth monument was a collaboration of Rauch’s students August Kiss (1802–1865) and Friedrich Drake (1805–1882); Kiss designed the statue and Drake the reliefs. Drake also created the design for the Schinkel monument.

 

The erection of these monuments reflected the growing self-confidence of the Prussian middle class. It was the first time that monuments were erected to members of this social class in the Prussian capital, and as Rauch had remarked in 1857, they were the “first heroes on public squares without swords!”

 

In 1886–1887 an ornamental mosaic pavement was laid down on Schinkel Square with a fountain at the centre and, behind the statues, a monumental semicircular stone bench, a so-called exedra, of polished granite. Also, cast iron railings were put up around the three monuments.

 

In 1962 the Bauakademie and Schinkel Square disappeared completely when the East German Ministry of Foreign Affairs was built; the monuments were split up and moved to new locations in East Berlin. After the Ministry of Foreign Affairs was demolished in 1996, Schinkel Square came into existence again, temporarily planted as a lawn.

 

Reconstruction of the historic design of Schinkel Square was carried out in 2007–2008 thanks to generous funds provided by the Federal German authorities, the State of Berlin,and the von Hinckeldey Foundation Berlin.

 

The salient features created in 1886–1887 were used in the reconstruction of the square: the fountain, the semicircular stone bench, and the granite pedestal of the monument with its ornate railings, the coloured mosaic pavement, and the lamps.

 

A great deal of effort was invested in reconstructing the reliefs for the monuments to Beuth and Thaer.

Models of the five reliefs missing from the Thaer monument and the four lost caryatids that originally adorned the monument to Schinkel — representing History, Architecture, Painting, and Sculpture — were made by the sculptor Hans Starcke based on historical photographs. Plaster casts were taken and the reliefs cast in bronze. In 2011 the caryatids were also cast, thus completing restoration of the Schinkel Monument.

Klosterviertel mit Parochialkirche und Kirchhof

Die Parochialkirche im Zustand ohne Turmspitze, 2013 (Quelle: Landesdenkmalamt Berlin, Fotograf: Wolfgang Bittner)
Graues Kloster im Jahr 1890 (Quelle: Landesdenkmalamt Berlin, Fotoarchiv)
Die Parochialkirche mit Glocken- und Uhrengeschoss im Turm, um 1930(Quelle: Ev. Kirchengemeinde St. Petri – St. Marien)
Die Parochialstraße, Blick nach Westen, im Hintergrund die Türme der Nikolaikirche, um 1890 (Quelle: Ev. Kirchengemeinde St. Petri – St. Marien)

Im historischen Zentrum Berlins liegt das Klosterviertel, neben dem Nikolaiviertel einer der ältesten Stadtteile. Ein Rest der mittelalterlichen Stadtmauer hat sich an der Waisenstraße erhalten. An die ehemals geschlossene Bebauung an der Innenseite der Stadtmauer erinnern drei Wohnhäuser, die nach Kriegszerstörungen 1961-63 weitgehend originalgetreu wieder aufgebaut wurden. In den Häusern befindet sich das bekannte Lokal „Zur letzten Instanz“.

 

Zu den historischen Besonderheiten des Klosterviertels zählen der Molkenmarkt als ältester Marktplatz Berlins und die Ruine der Klosterkirche, eine der letzten vorhandenen gotischen Sehenswürdigkeiten der Stadt neben der St. Nikolaikirche und der St. Marienkirche. Das „Graue Kloster“ der Franziskaner-Mönche wurde infolge der Reformation (in Berlin 1539) aufgelöst und sein Besitz säkularisiert. Ab 1574 war in den Gebäuden das „Berlinische Gymnasium zum Grauen Kloster“ untergebracht. Im Zweiten Weltkrieg schwer zerstört, blieb - als Mahnmal des Krieges - nur die Ruine der Klosterkirche bestehen.

 

Weitere historisch bedeutende Gebäude im Umfeld sind das Rote Rathaus (erbaut 1861-1869 von Hermann Friedrich Waesemann) und das Alte Stadthaus (erbaut 1902-1911 nach Plänen von Ludwig Hoffmann) sowie die Parochialkirche (erbaut 1695-1714 von Johann Arnold Nering, Martin Grünberg, Jean de Bodt und Philipp Gerlach).

 

Die Parochialkirche, ein außergewöhnliches Beispiel barocker Berliner Sakralbauten, wurde 1703 für die Reformierte Gemeinde eingeweiht. Zur Aufnahme des Glockenspiels, das König Friedrich Wilhelm I. gestiftet hatte, erhielt sie 1713/14 ihren Turm. In den folgenden Jahrhunderten wurde das Carillon, auch bei Konzerten mit beleuchtetem Turm, regelmäßig gespielt. Im Mai 1944 setzten Bomben Turm und Kirchenschiff in Brand, nur zwei der 37 Glocken des Carillons blieben übrig.

 

Seit 1990 wurde der schwer beschädigte Kirchenbau von der Evangelischen Kirchengemeinde St. Petri – St. Marien denkmalgerecht wiederhergestellt. Für den Wiederaufbau des Kirchturms in seiner historischen Gestalt sammelte der Verein Denk mal an Berlin e. V. die finanziellen Mittel, außerdem förderte die Deutsche Stiftung Klassenlotterie Berlin das Projekt. 2016 konnte dem Klosterviertel sein markantestes Wahrzeichen und eines der bedeutendsten Beispiele der Berliner Barockkunst zurückgegeben werden – die Kirchturmspitze mit Glockenspiel und Uhrengeschoss. So wie einst alle preußischen Könige durch regelmäßige Zuschüsse für die Erhaltung des Glockenspiels sorgten, hat Hans Wall, dieser Tradition folgend, mit einer Spende ermöglicht, dass das Glockenspiel neuerlich die Besucher des Klosterviertels und der Parochialkirche erfreut.

 

Der Kirchhof der Parochialkirche gehört zu den wenigen erhaltenen Friedhöfen in der historischen Mitte Berlins. Das Ensemble aus Parochialkirche und Kirchhof ist heute ein Ort der Ruhe und des Glaubens sowie ein vielfältig genutzter Veranstaltungsort.

Flensburger Löwe

Der Flensburger Löwe in Wannsee, um 1880 / The Flensburg Lion at Wannsee, ca. 1880
Blick auf den Bergpark mit dem Flensburger Löwen, um 1892 / View of the Bergpark with the Flensburg Lion, ca. 1892
Umsetzung des Löwen vom Bergpark zum Heckeshorn, 1938 / Moving the Lion from the Bergpark to Heckeshorn, 1938
Der Löwe im Transportkäfig vor der Restaurierung, März 2005 (Metallrestaurierung: Bernd M. Helmich) / The Lion in its transport cage before restoration, March 2005 (metal restoration: Bernd M. Helmich)

Der Flensburger Löwe ist der Zink-Abguss einer Bronzeplastik des dänischen Bildhauers Hermann Wilhelm Bissen (1789-1868). Das Original wurde von den Dänen im Gedenken an den bei Idstedt 1850 errungenen Sieg über die aufständischen Schleswig-Holsteiner auf dem Flensburger Friedhof 1862 aufgestellt. Nach dem Sieg im deutsch-dänischen Krieg bei der Insel Alsen und der Rückgewinnung Flensburgs 1864 wollten aufgebrachte Bürger den als Siegeszeichen der Dänen verhassten Löwen vom Sockel stürzen. Daraufhin veranlasste der preußische Ministerpräsident Otto v. Bismarck dessen geordneten Abbau und Einlagerung in Flensburg. Drei Jahre später kam der Löwe nach Berlin, zunächst ins Zeughaus und ab 1878 auf das Gelände der Lichterfelder Kadettenanstalt. Bei Kriegsende 1945 von den Amerikanern an die Dänen zurückgegeben, stand das Denkmal Jahrzehnte am Zeughaus in Kopenhagen, bevor es 2011 im Bedeutungswandel als Zeichen der Versöhnung wieder nach Flensburg zurückkehrte.

Der Berliner Bankier Wilhelm Conrad (1822-1899) hatte am westlichen Wannseeufer ein Gelände zur Anlage einer Villenkolonie erworben und diese als Ausdruck seiner patriotischen Gesinnung nach der dänischen Insel Alsen benannt. Die dabei auf seine Initiative 1874 angefertigte Zinkguss-Kopie des Flensburger Löwen schmückte als Denkmal am Wannsee zunächst den auf der Höhe gelegenen Bergpark. 1938 wurde es demontiert und an seinen heutigen Standort versetzt; eine Restaurierung unterblieb, so dass sich der Zustand in den Folgejahren weiter verschlechterte.

Dank des Engagements der v.-Hinckeldey-Stiftung Berlin und mit Beteiligung des Landesdenkmalamts Berlin sowie des Bezirksamts Steglitz-Zehlendorf wurden 2005 die Löwen-Plastik und ihr Sockel umfassend restauriert. Auch der das Denkmal umgebende Aussichtsplatz zum Großen Wannsee wurde aufgewertet und bietet nunmehr für dieses Werk der Monumentalbildhauerei des Spätklassizismus einen würdigen Rahmen.

 

Summary

The Flensburg Lion is by Danish sculptor Hermann Wilhelm Bissen (1789–1868) and commemorates the Danish victory over Schleswig-Holstein at the Battle of Idstedt in July 1850.The bronze monument was unveiled in 1862 in Flensburg’s Old Cemetery. In 1864 Denmark was forced to cede Holstein and Schleswig to Prussia, and the lion was brought to Berlin in 1867.

After World War II, in 1945 the Americans returned the lion to the Danes and for decades it stood at the Armoury in Copenhagen. In 2011, as a gesture of peace and reconciliation, Denmark sent the lion back to Flensburg where it stands today.

The Flensburg Lion at Wannsee is a zinc copy made in 1874 for Berlin banker Wilhelm Conrad (1822–1899). Conrad purchased the Wannsee site in 1863 and developed it into an exclusive residential district where the lion stood on higher ground looking out over the Wannsee. In 1938 the monument was moved to Heckeshorn, where it stands today. In 2005 Berlin’s Flensburg Lion and its plinth were completely restored.

Tuilerien-Säule

Parzellierungsplan der Insel Schwanenwerder, um 1900; unten links: Standort der Tuilerien-Säule (Brandenburgisches Landeshauptarchiv Potsdam)
Geschädigte Reliefplatte mit Schlangen (Absandungen und Fehlstellen) vor der Restaurierung, Mai 2002
Reliefplatte mit Schlangen nach der Restaurierung, 2003 (Restauratorengemeinschaft Der Steinhof)
Fassadendetail des zerstörten Tuilerienschlosses, vor 1883 (aus: Pérouse 2000)
Gesamtansicht der Tuilerien-Säule, April 2002 (Messbildstelle GmbH)

Der Unternehmer Friedrich Wilhelm Wessel (1830-1898) erwarb 1882 die Insel „Cladower Sandwerder“ (ab 1901 „Schwanenwerder“) und begründete die Villenkolonie. Von den Aussichtsplätzen, die Wessel zur Verschönerung der Insel schuf, ist nur der mit der 1884 errichteten Tuileriensäule erhalten geblieben. Ihr Name erinnert an das Königsschloss in Paris, das „Palais des Tuileries“ (1564-1871). Bei den Kommuneaufständen 1871 durch ein Feuer zerstört, wurde die ausgebrannte Ruine des Tuilerienschlosses 1883 teilweise abgebrochen. Brauchbare, bauplastische Fassadenteile gelangten in den Handel und Wessel erwarb elf Kalkstein-Fragmente. Sie wurden mit Klinkern zu einem Monument in Form einer künstlichen Ruine zusammengefügt. Ursprünglich in eine Grünanlage eingebunden, steht die Tuilerien-Säule heute in einer 1923 angelegten Ausbuchtung des Bürgersteigs.

Bei Kriegsende 1945 kam es zu dem Missverständnis, die Säule sei möglicherweise eine preußische Kriegsbeute von 1871 und solle nach Frankreich zurückgeführt werden. Es gelang jedoch, den französischen Militärs zu vermitteln, dass die Fragmente korrekt erworben waren, worauf die Säule auf Schwanenwerder verblieb.

Seit 1956 steht die Tuilerien-Säule unter Denkmalschutz; eine nötige Restaurierung unterblieb, so dass sich ihr baulicher Zustand in den Folgejahren weiter verschlechterte. Dank des Engagements der v.-Hinckeldey-Stiftung Berlin und unter Beteiligung des Landesdenkmalamts Berlin begann 2002 die Restaurierung der Säule. Wiederhergestellt wurden zudem die Platzpflasterung sowie die Sichtbeziehungen: Seit dem Abschluss der Restaurierungsarbeiten im Herbst 2003 öffnet sich vom Platz wieder die attraktive Sicht auf die Havel und das gegenüberliegende Ufer mit dem Grunewald-Turm.

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