Impressionen von der Glockenspieleinweihung in der Parochialkirche

Hier finden Sie einige Eindrücke der Glockenspieleinweihung in der Parochialkirche und der Enthüllung der Denkmalinformationstafel am 23. Oktober.

Fotos und Video: © Thomas Knoll

Einladung und Programm zur Glockenspeileinweihung in der Parochialkirche

Hier finden Sie die Einladung und das Programm zur Einweihung des Glockenspiels in der Parochialkirche am 23.10.2016 um 15 Uhr. Klicken Sie einfach auf das Bild, um Sich die Dokumente in voller Größe anzusehen.

Das Glockenspiel ist installiert

Das Glockenspiel der Parochialkirche ist installiert. In Aktion erleben können Sie es am 23. Oktober bei der offiziellen Einweihung in einem Open-Air-Konzert.

 

Fotos: © Thomas Knoll

Impressionen vom Richtfest in der Parochialkirche

Am Freitag, den 1.7.2016 fand das Richtfest der Kirchturmspitze in der Parochialkirche statt. Hier sehen Sie das Programm und einige Impressionen der Veranstaltung.

(Für eine vergrößerte Ansicht eines Bildes einfach darauf klicken)

 

Fotos: © Thomas Knoll

Andacht zur Wiedererrichtung des Turmes der Parochialkirche

Am 04. November 2015 fand anlässlich des Bauforschrittes am Glockenturm ein Baustellengottesdienst statt. Der Verein Denk mal an Berlin e.V., die Kirchengemeinde St. Petri - St. Marien, sowie verschiedene Gewerke waren vor Ort.
Nach der Andacht wurde noch Kaffee und Tee angeboten. Außerdem zeigte der Verein ein Video vom Glockenguss und wurde durch einen kleinen Stand vertreten.

 

Bilder

Das Programm zur Andacht finden Sie hier

Interview - Berliner Rundfunk

Redakteur Sebastian Schnerpel vom Neuen Berliner Rundfunk führte am 04.September 2015 ein Interview mit Herrn Wall über die Parochialkirche.

 

Einen Mitschnitt von dem Interview finden Sie hier

Berliner Abendblatt 'Parochialkirche treibt's auf die Spitze'

Lesen Sie das Neuste zur Wiederherstellung der Parochialkriche.

hier»

Neuauflage der Gedenkschrift von Eugen Thiele von 1915 mit neuem Anhang

 

1. Auflage 2012

© 2012 by Denk mal an Berlin e.V., Berlin

 

Herausgeber: Hans Wall für Denk mal an Berlin e.V., Berlin

Projekbetreuung: Sisi Zheng

Redaktion: Jochen Langeheinecke

Roland von zur Mühlen

Dr. Detlef Graf von Schwerin

Hans Wall

Dr. Elisabeth Ziemer

 

Umschlaggestaltung,

Layout und Satz: Sisi Zheng, Berlin

Logo und Kirchturmgrafik: Pentagram

Druck und Bindung: Eppler & Buntdruck, Berlin

 

 

Vorwort

 

Seine große Liebe war das Glockenspiel der Parochialkirche:Christian Friedrich Rosendahl spielte am Abend des 23. Mai 1944 lange das Glockenspiel – zum letzten Mal! Einen Tag später mußte der Wehrmachtsflugzeugführer auf Fronturlaub erleben, wie die geliebten Glocken von Turm herabstürzten und die Parochialkirche bei einem Fliegerangriff zerstört wurde. Er selbst fiel im August 1944 mit gerade mal 23 Jahren.

 

Ich bin glücklich, schreibt seine Schwester Sophie-Charlotte Wünsche, geb. Rosendahl, am 9.09.2010, dass die Kirche wieder ihren singenden Turm bekommt, „der uns und unserer Eltern Kindheit begleitet hat.“

 

Wir sind auch alle glücklich, Frau Wünsche, wenn die Glocken der Parochialkirche spätestens 2015 rechtzeitig zur 300 Jahre Feier der Kirche wieder von ihrem wiederhergestellten Turm läuten und daran erinnern, welche Altstadt Berlin durch den Krieg verloren hat und was aber auch davon wieder zu gewinnen ist.

 

Helfen Sie mit, dass aus diesen Träumen Realität wird. Werden Sie Mitglied des Vereins Denk mal an Berlin e.V.!

 

Es lohnt sich auch für Sie!

 

Ihr Hans Wall

 

Vorstandvorsitzender Denk mal an Berlin e.V.

 

 

Einführung

 

Wenn Sie das Vorwort von Eugen Thiele aus dem Jahr 1915 gelesen haben, werden Sie verstehen, daß wir uns fragten, ob wir diesen so zeitgebundenen Text erneut abdrucken sollten. Wir haben uns für eine Wiederauflage des Buches von Thiele entschieden, so wie er es damals mit allen seinen Texten, Illustrationen und Abbildungen geplant hatte. Es ist ein Dokument seiner Zeit und muss daher im Kontext seiner Epoche gelesen und gewertet werden. Nach den erschütternden Erfahrungen zweier Weltkriege und fast einhundert Jahre nach der Erstausgabe fällt es uns heute nicht schwer die Kurzsichtigkeit und den Chauvinismus in dem Vorwort Thieles zu entdecken. Die „herrlichen deutschen Siege“ des Jahres 1915 waren die Sargnägel für das Deutschland, in dem der Autor aufgewachsen war, und der Humus für das, was sich in unserem Land seit 1933 entwickelte. Der Untergang des Turms mit seinem berühmten Glockenspiel im Feuersturm des 24. Mai 1944 war eine direkte Folge dieser Entwicklung. Die sorgfältige, ja liebevoll erarbeitete Baugeschichte des Turms und des Glockenspiels mit all seinen noch heute gültigen Informationen kontrastiert mit der auf Deutschland-Preußen begrenzten Weltsicht des Autors. Diese Verbindung von technischer und wissenschaftlicher Exzellenz mit politischer Borniertheit war typisch für viele Menschen in unserem Land. Nach all den Schrecknissen des vergangenen Jahrhunderts können wir nur hoffen, dass wir heute besser über den Tellerrand unseres Landes und unseres Kontinents hinaus schauen können. Vielleicht hilft dazu demnächst ein Aufstieg im wiederhergestellten Turm, um zu überblicken, wie im Herzen Berlins die Wunden dieser Stadt geschlossen wurden und werden.

 

Dr. Detlef Graf von Schwerin

 

 

Wohl! Nun kann der Guß beginnen...

 

Als 1713 König Friedrich I. der Parochialkirche das erste Glockenspiel schenkte, das er eigentlich für den – inzwischen aber eingestürzten - Münzturm am Schloss vorgesehen hatte, musste zu dessen Aufhängung endlich auch der noch fehlende Turm aufgesetzt werden. Ein Jahr später stand er, doch das Geschenk erwies sich als misstönend und so wurde in der holländischen Glockengießerei von Albert de Grave ein neuer Carillon bestellt. Diese aus 37 Glocken bestehende „Singuhr“ wurde zur Attraktion in der Berliner Altstadt und blieb es über 200 Jahre lang, bis sie 1944 mit dem Turm zerstört wurde. Um uns bei unserem Wiederaufbauprojekt daüber zu informieren, wo denn heute und wie solche Glockenspiele hergestellt werden, machten wir uns mit Vorstand und Architekt an einem regengrauen Morgen nach Holland auf. Unser erster Besuch galt der Torenpleinkerk in Vleuten. Hier hatten wir uns mit Henk van Blooijs verabredet, der uns den dort eingebauten Carillon seiner Firma zeigen und erklären wollte.

 

Diese Glockengießerei ist zwar kein Nachfolger von de Grave (die Firma gibt es heute nicht mehr), kann aber mit der Gründung im Jahr 1660 auf eine stolze Tradition und viel Erfahrung zurücksehen. Auf engen Holzleitern kletterten wir hinauf zum Spieltisch, der, ähnlich wie ein Klavier, aber mit 2 Reihen Holzstöcken oben und den Tasten des Pedals unten, ausgestattet ist. Von dem Corpus aus zieht sich eine Vielzahl von Drähten zu den auf oberen Ebenen dicht an dicht hängenden, fest montierten Glocken hin, die an den Klöppeln enden und diese beim Anschlagen der Stöcke an die Glocken schlagen. Eine für uns verwirrende, sehr ausgeklügelte Mechanik. Wie funktioniert das automatische, alle Viertelstunde einsetzende Geläut, das plötzlich neben uns erklang? Wieviel Glocken muss es haben, um per Hand interessante Stücke spielen zu können? Ist die Länge der Drähte entscheidend für den Ton? Hallen die Glocken nicht zu lange nach, wenn man sie spielt? Unser Experte erklärt uns geduldig die Unterschiede zwischen pneumatischem (automatischen) und Handspiel, weist auf Vorzüge und Nachteile elektronischer Umsetzung hin, lässt uns selbst mit den Stöcken die Unterschiede hören.

 

Doch die Glocken geben viele ihrer Geheimnisse erst in der Glockengießerei preis. Das ist unsere nächste Station. In der Klokkengietery, die sich seit 1907 in Aarle-Rixtel in ihren heutigen Fabrikhallen befindet, überrascht uns die alte Handwerkstradition. Kein Fließband, keine Computerfertigung – wir staunen, dass alle Prozesse per Hand laufen – die Anfertigung der Tonkerne, Aufbringen von Wachs- und Sandschichten, Ausschmelzen, Gießen der Bronze, Überarbeiten der Oberflächen und zuletzt das spannende Einstimmen der Glocken. Zwar kommen dabei immer wieder Maschinen zum Einsatz – und auch denen sieht man ihre Erfahrung an - die Steuerung liegt aber in der Hand.

 

Wir lernen, dass eine Glocke nicht einen, sondern fünf Töne produziert, die durch den Einstimmungsprozeß zu einem Klang harmonisiert werden. Wir sehen, dass dafür die Glocke rotierend an bestimmten Stellen ausgeschliffen wird, bis der Ton sitzt. Manchmal werden auch Riefen innen angebracht, um das Volumen zu reduzieren. Die Zusammensetzung der Bronze ist ausgeklügelt. Überhaupt sind Kirchenglocken anders zu behandeln als Carillonglocken. Auch die Klöppel, die wir zwischen den vielen kleinen, großen und wuchtigen Glocken, ob noch im Sandbett, halb befreit, poliert oder fertig, liegen sehen, werden sorgfältig hergestellt, denn auch sie entscheiden über den Ton. Die älteren Mitarbeiter lassen sich gern bei ihrer konzentrierten Arbeit über die Schulter schauen. Wie ist es mit Nachwuchs, fragen wir und würden sofort in dieser wunderbaren Werkstatt anfangen. Der Chef wiegt den Kopf – hier bekommt man schmutzige Hände und die Ausbildung erfordert viel Erfahrung. Kein Wunder, dass es nur noch zwei Glockengießereien in Holland gibt, obwohl weltweit exportiert wird. Wir wünschen dem Unternehmen noch viele Jahrhunderte Dauer und kehren den Kopf voller Eindrücke zurück – jetzt wissen wir, was für ein Carillon in die Parochialkirche kommen soll.

 

Dr. Elisabeth Ziemer

Benefizkonzert für den Wiederaufbau der Turmspitze der Parochialkirche am 13. Mai 2011

mit Werken von Heinrich Schütz und der e-Moll-Messe für Chor und 15 Bläser von Anton Bruckner

Der Verein Denk mal an Berlin e.V. und die St. Petri-St. Marien Gemeinde luden  zu einem Benefizkonzert für die Rekonstruktion des Parochialkirchturmes ein. Der Ernst-Senff-Chor und die Bläser der Berliner Symphoniker konzertierten unter der Leitung von Steffen Schubert am Freitag, den 13. Mai 2011.

Der Erlös der Eintrittsgelder und darüber hinausgehende Spenden werden für die Rekonstruktion des Turmes verwendet. Denk mal an Berlin dankt dem Ernst-Senff-Chor für sein hochherziges Engagement.

Meilenstein für den Wiederaufbau der Parochialkirche

Mit der Übergabe einer privaten Spende von 90.000 Euro am 1.12.2010 zum Wiederaufbau des Turms und des Glockenspiels der Parochialkirche in Berlin-Mitte wirbt Hans Wall, Vorstandsvorsitzender des Vereins Denk mal an Berlin  e.V., erneut für das Zustandekommen dieses anspruchsvollen und wichtigen Berliner Bauvorhabens. Im Beisein des Staatssekretärs für Kultur, Herrn André Schmitz, und Frau Dr. Elisabeth Ziemer, Vorstandsmitglied von Denk mal an Berlin sowie des stellvertretenden Landeskonservators Herrn Dr. Klaus von Krosigk, übergab Hans Wall einen Scheck an die St. Petri - St. Mariengemeinde im Gesamtwert von 100.000 Euro, wovon 10.000 Euro durch Denk mal an Berlin e.V. gespendet wurden.

Zusammen mit Denk mal an Berlin e.V. strebt die Gemeinde bis zum Jahr 2012 die Wiedererrichtung des im 2. Weltkrieg zerstörten barocken Turms mit seinem einzigartigen Glockenspiel an. Mit der Spende von 100.000 Euro rückt der Start für den Baubeginn in greifbare Nähe. Die nun eingeworbene Summe ermöglicht die Beauftragung der anstehenden Bauplanung.

 

Die Rekonstruktion des Turms ist eines der zentralen Anliegen von Hans Wall. Anlässlich der Scheck-Übergabe erklärte der Vorstandsvorsitzende von Denk mal an Berlin e.V.: „Mit dem Turmaufbau der Parochialkirche im Herzen Berlins entsteht das erste, weit sichtbare Zeichen für den Wiederaufbau des geschundenen Stadtzentrums. Die Errichtung des Turms ist mehr als nur die Rekonstruktion historischer Bausubstanz. So wie jeder symbolträchtige Bau für mehr als die ihm zugeschriebene Funktion steht, so ist der Turmbau mit dem einzigartigen Glockenspiel ein sichtbares Zeichen für ein erstarktes Verantwortungsgefühl der Berlinerinnen und Berliner für ihre Stadt. Baugeschichtlich ist der Turmbau ein weiterer Meilenstein für das Ende der Nachkrieggeschichte im Zentrum Berlins. Die Entwicklung der geteilten Stadt nahm bewusst keine Rücksicht auf das historische Erbe, egal ob es für bürgerliches Selbstbewusstsein oder feudale Prachtentfaltung stand. Die wiedervereinigte Stadt ließ mit Stadtreparatur und kritischer Rekonstruktion als Entwicklungsthemen den Blick auf die fast 800jährige Stadtgeschichte wieder zu, so dass wir heute mit dem bauhistorischen Erbe unserer Stadt endlich anders umgehen können. Die Rekonstruktion des Turms setzt einen lange vermissten Edelstein zurück in die Stadtkrone. Es ist ein Zukunftsprojekt, das die in Berlin gepflegte Tradition im Umgang mit verschiedenen Konfessionen in das Bewusstsein der nachfolgenden Generationen hebt. In diesem Sinne gewinnt das zerstörte und entleerte Stadtzentrum nicht nur an Kontur, sondern legt den Blick frei für die historische Tiefe unserer Stadt und macht unsere Gäste und uns selbst neugierig, sich mit unseren Wurzeln intensiv zu beschäftigen.“

Spenderin stiftet eine Löwenfigur für die Parochialkirche

Nachbildung des Löwenkopfes durch den Schmied, Restaurator i.H., Bildhauer Bernd Helmich

Der Tag des offenen Denkmals 2009 ging für den Verein Denk mal an Berlin e.V. mit einer Erfolgsmeldung zu Ende: Eine Bürgerin spendete spontan 15.000 Euro für die Wiederherstellung einer Löwenfigur. Die Turmbekrönung der Parochialkirche war ursprünglich von vier Löwen flankiert. Die prächtigen Figuren befanden sich an den Ecken der Turmspitze, oberhalb des Glockengeschosses.

 

„Ich freue mich über diese spontane und großzügige Unterstützung – für das beispielhafte Engagement bedanke ich mich herzlich!“, so Hans Wall, Vorstandsvorsitzender des Vereins. „Von dem historischen Klosterviertel sind heute nur noch Versatzstücke erkennbar. Mit der Wiederherstellung des Parochialkirchturms möchte Denk mal an Berlin e.V. dazu beitragen, ein verlorenes Stück Berlin zurückzugewinnen – hierzu kann jeder seinen Beitrag leisten.“

 

Der gemeinnützige Verein zur Förderung der Denkmalpflege, Denk mal an Berlin e.V. kümmert sich gemeinsam mit der Kirchengemeinde um die Wiederherstellung der Turmspitze. Für die Anfertigung des Architekturschmucks – wie Kaiserstil mit Sonne, Turmuhr und die filigran gestalteten Kapitelle – oder den Nachguss der Glocken sucht der Verein weitere Stifter. Insgesamt werden 3 Millionen Euro für die Turmrekonstruktion benötigt.

Werbetrailer

Denk mal an Berlin e.V. nimmt seit August mit einem Trailer an einer der größten Innovationen in der Geschichte der Außenwerbung teil, denn seit dem 5.Juli 2010 wird am Berliner U-Bahnhof Friedrichstraße nur noch digital geworben.

 

Hier können Sie den Trailer anschauen.

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