Vier Deutsche Ströme (2008/2009)
Projektbeschreibung
Das Denkmal "Vier Deutsche Ströme“ besteht aus vier Figurengruppen mit je einer Hauptfigur und zwei Nebenfiguren. Dargestellt sind Allegorien der Flüsse Oder, Weichsel, Elbe und Rhein. Alle vier Figuren wurden zwischen 1870 und 1874 aus Sandstein gehauen. Ursprünglich wurden sie für die Königsbrücke am Berliner Alexanderplatz geschaffen, die jedoch bereits im Jahre 1882 abgerissen wurde.
1880 wurden die vier Skulpturen in Hecken-Nischen des Großfürstenplatzes, die ursprünglich als Sitznischen gedacht gewesen waren, neu aufgestellt. Prinz Ferdinand, der jüngste Bruder des Königs, hatte den Platz 1776 angelegt, um dort ein Fest zur Verlobung des Großfürsten Paul von Russland mit der Prinzessin Sophie Luise von Württemberg zu veranstalten.
Der Großfürstenplatz befindet sich am Rande des Großen Tiergartens, in unmittelbarer Nähe des Schloß Bellevue, an der John-Foster-Dulles-Allee. Die heute eingelagerten Figuren waren im Halbkreis um einen 1888 aufgestellten Tritonbrunnen von Joseph von Kopf gruppiert
Von Agrarwirtschaft bis Industrie - Der Charakter der Flußlandschaften
Die vier Figurengruppen verweisen auf die wirtschaftlichen Grundlagen der Region, durch die der jeweilige Fluss fließt. So ist der Personifikation der Weichsel ein Flößer und eine Ährenleserin zur Seite gestellt. Die Oder wird von einem Bergmann und einem Schafscherer flankiert. Zum Ensemble der Elbe gehört der Handelsgott Merkur und ein Knabe mit Zahnrad. Die Verkörperung des Rheins wird von Allegorien auf Lachsfang und Weinanbau begleitet.
Kriegsversehrt und verwittert
Im Zweiten Weltkrieg wurden die Bildwerke stark beschädigt. Zum einen wurden teilweise Köpfe und Gliedmaßen abgesprengt, zum anderen weisen die Skulpturen zahlreiche Einschusslöcher auf. Durch Witterungseinflüsse verschlechterte sich ihr Zustand weiter. Einzelne Figuren wurden zudem mit Graffiti beschmiert. In den 90er Jahren wurde lediglich der Tritonbrunnen in der Mitte des Platzes restauriert, nicht jedoch die Vier Ströme.

