Denk mal an Berlin / Förderprojekte ⁄ Märchenbrunnen


Märchenbrunnen im Volkspark Friedrichshain (2005)

Es ist geschafft – unser Förderdenkmal Märchenbrunnen wird nach jahrelangem Dornröschenschlaf wieder seine märchenhafte Atmosphäre zurückerhalten. Dem Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg wurden die beantragten Mittel für die Sanierung des Brunnens im Volkspark Friedrichshain in Höhe von über einer Million Euro aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GA) zugesagt. Damit waren unsere vielfältigen Unternehmungen, die dringend erforderliche Wiederherstellung dieses einzigartigen Gartenbaudenkmals voranzubringen, erfolgreich! Herzlich möchten wir uns – auch im Namen des Bezirkes Friedrichshain-Kreuzberg – bei allen, die das Projekt mitgetragen und unterstützt haben, bedanken. Dank Ihres Engagements konnte der Verein Denk mal an Berlin e.V. ein weiteres Not leidendes Denkmal retten. Darauf können wir stolz sein!

Die Sicherung der Finanzierung der Sanierungsarbeiten ist ein schöner Erfolg, umso wichtiger ist es, auch für die Pflege und Reinigung des Denkmals im Anschluss an die Sanierung zu sorgen und den Brunnen als belebten und beliebten Ort zu erhalten. Hierzu hat Denk mal an Berlin e.V. in Kooperation mit der Wall AG dem Bezirk seine Mitwirkung bei der Finanzierung der Brunnenpflege und -reinigung angeboten.

Wir freuen uns auf einen Besuch des restaurierten Brunnens!

Radio vor Ort!

radio eins und Denk mal an Berlin e.V. präsentierten am 6. Mai 2005 den geistreichen wie unterhaltsamen Wochenrückblick „Die schöne Woche“ mit Volker Wieprecht und Robert Skuppin – und zwar von Berlins schönster und größter Brunnenanlage, dem Märchenbrunnen im Volkspark Friedrichshain.

Im Rahmen der „Schönen Woche“ am Märchenbrunnen hat die bekannte Schauspielerin Katharina Thalbach passend zum Umfeld ein Märchen vorgelesen. Außerdem wurden zugunsten des Märchenbrunnens eine Vielzahl interessanter, bisweilen nicht käuflich zu erwerbender Gegenstände versteigert – Eintrittskarten in die wunderbare Welt von Pomp Duck and circumstance, ein Abguss aus dem zweiten Jahrhundert vor Christus oder ein signiertes Kochbuch von Alfred Biolek sind nur ein paar der ‚Schätze’. Dank zahlreicher Sachspenden – unter anderem von Dussmann, das Kulturkaufhaus, der Wall AG, der Gipsformerei der Staatlichen Museen zu Berlin oder Händlern des Bezirks – hat ein Verkaufstisch zum „Kaufen für den guten Zweck“ eingeladen.

Denkmalbeschreibung / Baugeschichte

Der 1913 eingeweihte Märchenbrunnen im Volkspark Friedrichshain, errichtet nach Plänen des Stadtbaurates Ludwig Hoffmann, nimmt innerhalb der Berliner Brunnenlandschaft eine herausragende Position ein. Neben der Größe der Anlage ist es vor allem der Skulpturenschmuck in einer weichen, eher malerischen Ausprägung des Art Deco, welcher im Auftrag Hoffmanns von den süddeutschen Künstlern Ignatius Taschner, Georg Wrba und Josef Rauch geschaffen wurde.

Zur Entstehungszeit des Brunnens maß die Anlage insgesamt 172 m, in deren Verlauf sich die unterschiedlichste Architektur und Skulpturelemente befanden. Die gesamte Anlage wurde durch eine übermannshohe Buchenhecke eingefasst. Ausgehend vom Königstor, dem Haupteingang zur Parkanlage im Westen, erschloss sich zunächst ein mit Blumenbeeten gesäumter Vorplatz, der sich zu einem schmalen Weg verengend, schließlich den Blick auf den Kaskadenbrunnen mit seinen vier geschweiften Becken freigab.

In seiner Bausubstanz recht gut erhalten ist der östliche Abschluss der Kaskade. Sie besteht aus einer halbrunden neunfachen Arkatur mit Pilastergliederung und seitlich durch Doppelsäulen gefassten Bögen. Der obere Abschluss der Arkadenreihe besteht aus einer Brüstung mit 14 Tierfiguren. Nicht mehr in seiner ursprünglichen Form erhalten ist der Brunnenplatz selbst. Er wurde von steinernen Bänken mit hohen Mauern als Rückenlehnen und seitlich gestellten Postamenten mit darauf gesetzten steinernen Obst- oder Blumenschalen flankiert. Ebenso fehlen die Hermenfiguren in den seitlichen Heckenwegen. Hinter den Arkaden führt ein Weg zum Delfinbrunnen, der mit Skulpturengruppen, Pfeilern mit Obst-/Blumenkörben und schlichten Steinbänken ausgestattet ist. Das Ende der Hauptachse im Osten bildete ein Weg mit einem ovalen Platz und rückwärtigen Tor.

War die Anlage bis zum 2. Weltkrieg weitgehend unverändert erhalten, wurde sie während des Krieges zum großen Teil zerstört. Mit dem städtebaulichen Ziel, Erholungsstätten für die Bevölkerung so schnell wie möglich wieder benutzbar zu machen, wurde die Brunnenanlage innerhalb von einem knappem Jahr im Zeitraum 1950/51 in vereinfachter Form wieder hergestellt.

Der Volkspark Friedrichshain (inkl. Märchenbrunnen) ist als öffentliche Grün- und Erholungsanlage gewidmet und seit 1959 als Gartendenkmal in die Denkmalliste Berlin eingetragen.

In den 1970er Jahren wurden die Gartenanlagen seitlich des Delfinbrunnens komplett umgestaltet und durch neue Wegeführungen erschlossen. Ebenso verändert wurde der Eingangsbereich an der Ecke Friedenstraße/ Straße am Friedrichshain: Durch die Verlegung des Eingangsportals weiter nach innen zum Brunnen verlor die Anlage ihren ehemaligen Vorplatz.

Die Oberflächen der Märchenfiguren von 1951 zeigten sich stark verwittert, mit unscharf gewordenen Konturen und partiellen Farbbeschmierungen. Aus diesem Grund erfolgte im Jahr 2003/04 die originalgetreue Nachbildung der zehn Märchenfiguren. Als Vorlagen für die Herstellung der Steinkopien dienten historische Abbildungen, Gipsmodelle und Bronzeabgüsse, die heute im Ignaz Taschner Gymnasium Dachau stehen. Die gefertigten Kopien, die derzeit bei der Fa. Naturstein Krause eingelagert sind, sollen sobald die Sicherheitstechnik und der Zaun eingerichtet sind, am Originalstandort aufgebaut werden.

Sanierungsbedarf

Verglichen mit der ursprünglichen Anlage von 1913, befindet sich der Märchenbrunnen heute in einem unvollständigen und veränderten Zustand.
Einiges wurde schon erreicht, indem die zehn Märchenfiguren bereits überarbeitet worden sind, dem ungeachtet ist jedoch noch vieles zu unternehmen.

Prioritär erscheint dabei der Schutz der Anlage, um weiteren Zerstörungen Einhalt zu gebieten. Ziel der vorgeschlagenen Maßnahmen ist, dem ursprünglichen Zustand der Hoffmann’schen Anlage näher zu kommen, indem teilweise eine bauliche und gärtnerische Umgestaltung stattfindet.

Größtenteils besteht die Notwendigkeit in der Entfernung des Graffiti von Brunnenflächen und Figurenschmuck. Aber auch die Restaurierung zerstörter Ornamentik und einzelner Tierfiguren muss durchgeführt werden.

Im Juni 2004 wurde das Büro HORTEC vom Landesdenkmalamt Berlin, Gartendenkmalpflege, mit der Erarbeitung eines Sicherungs- und Wiederherstellungsgutachten beauftragt. Auf dieser Grundlage konnte das weitere Vorgehen sorgfältig geplant werden.

Sponsoren

Der Verein Denk mal an Berlin e.V. bedankt sich bei allen Freunden,
Helfern und Förderern:

Besonderer Dank für die finanzielle Unterstützung geht an:


Märchenbrunnen
Märchenbrunnen

Adresse: http://ww.denk-mal-an-berlin.de/foerderprojekte/maerchenbrunnen.html