Geschichte hautnah: Vergnügensspuren entdecken!

Projektbeschreibung

Ein Gemeinschaftsprojekt des Arbeitskreises Berliner Regionalmuseen zum Tag des offenen Denkmals 2009 in Kooperation mit Denk mal an Berlin e. V.

Zeitraum: September 2009
Teilnehmer: Jugendliche der Klassenstufen 6-12
Projektkosten: 9.000 Euro

Seit 2004 realisiert Denk mal an Berlin e.V. in Kooperation mit dem Arbeitskreis Berliner Regionalmuseen und Berliner Schulen jeden Sommer ein Jugendprojekt zum Tag des offenen Denkmals. So konnte der Verein bisher 550 Jugendliche aus 25 Schulen an das Thema Denkmalpflege heranführen. Im Rahmen des jeweiligen Schwerpunktthemas beschäftigen sich Kinder und Jugendliche theoretisch und praktisch mit Denkmalen und deren Geschichte. Die Erfahrung des eigenen Lebensumfeldes gewinnt dabei neue Aspekte, es entwickeln sich persönliche Bindungen zu den Zeugnissen der Vergangenheit und damit ebenso Freude wie Respekt.
"Historische Orte des Genusses" war das diesjährige Leitthema von sechs Berliner Regionalmuseen. Orte des Genusses, der Freude und der Erholung gibt es überall. Sie sind ebenso vielfältig wie individuell.

Um das Jugendprojekt durchführen zu können, möchten wir daher auch Sie aufrufen, das Projekt mit einer Spende zu unterstützen. Große und kleine Beiträge sind uns gleichermaßen willkommen. Wenn Sie sich für das Projekt engagieren möchten, nutzen Sie bitte folgende Bankverbindung:
Kennwort: Spende Jugendarbeit
Konto 104 347 36
BLZ 120 300 00
Deutsche Kreditbank AG

Sponsoren

Der Verein Denk mal an Berlin e.V. bedankt sich bei allen Freunden, Helfern und Förderern! Besonderer Dank für die finanzielle Unterstützung geht an:

Bezirke der teilnehmenden Museen:

  • Bezirksmuseum Friedrichshain-Kreuzberg
  • Heimatmuseum Reinickendorf
  • Mitte Museum
  • Museum Neukölln
  • Stadtgeschichtliches Museum Spandau
  • sowie dem Bürgerverein Luisenstadt e.V.

Ohne die großzügige Unterstützung folgender Einrichtungen wäre das Jugendprojekt nicht durchzuführen:

Landpartie und Sommerfrische

Heimatmuseum Reinickendorf

 

Das Wohnhaus mit Restaurant und Tanzsaal stammt von Baumeister Carl Scott (1899). In dem Tanzsaal (heute Laabsaal) finden noch heute zahlreiche Veranstaltungen statt.

Während des einwöchigen Kunst- und Theaterworkshops „Landpartie und Sommerfrische“ setzten sich Schüler der Grundschule „Am Vierrutenberg“ mit dem Thema Berliner Ausflugs- und Gartenlokalen um die Jahrhundertwende auseinander und stellten entsprechende Motive und Szenerien mit (über)lebensgroßen bemalten Pappfiguren und -gegenständen im und um den Lübarser Dorfkrug und Labsaal nach. Gemeinsam entwickelten sie außerdem performative Interventionen und/oder kleine Führungen für die Präsentation am Tag des offenen Denkmals. Am letzten Tag der Projektwoche gab es eine kleine Zwischenpräsentation der Ergebnisse für Eltern und Freunde.

Die Ideen für die Motive und gespielten Szenen entwickelten die Schüler ausgehend von der Beschäftigung mit historischen Fotos, Zeichnungen, Texten u.Ä. Zudem befragten sie Einwohner von Lübars und Experten, die über das Thema Auskunft geben können. Parallel zur historischen Dimension beschäftigten sich die Teilnehmer auch damit, was sie persönlich unter „Genuss“ verstehen und die eigene mit der historischen Dimension verbunden.

Gemeinsam mit den Schülern wurden die Objekte so platziert, dass diese ein interessantes Wechselspiel mit ihrer Umgebung eingingen, z.B. konnte an einem realen Tisch eine Pappfigur sitzen und auf einem realen Teller eine Bockwurst aus Pappe liegen. Die Besucher dieser begehbaren Ausstellung konnten sich dazusetzen und ein echtes Gericht bestellen.

Dasselbe galt für die performativen Interventionen, die von den Schülern mithilfe von Theaterübungen aus dem gesichteten und gehörten Material entwickelt wurden. So tauchte plötzlich ein ‘alter’ Herr mit Pfeife auf und fragte die Gäste nach dem „Schinkenmüller“, eine Magd suchte im Getümmel der Besucher nach ihrem entlaufenen Huhn oder ein junger Musiker gesellte sich mit einem Pappinstrument zur Band, die auf der Bühne des Labsaals spielte.

Das Aufgreifen persönlicher Vorstellungen von Genuss in den Installationen und Szenen sollte dezent sein und auch die Interventionen mussten nicht auf den ersten Blick als solche erkennbar sein. So hatten die Besucher etwas zu entdecken und vor allem zu schmunzeln.

 

Der Geschichte auf den Grund gehen

Kreuzberg Museum / Bürgerverein Luisenstadt e.V.

Ein Schülerprojekt mit der Evangelischen Schule Berlin Zentrum wurde über 14 Tage mit Suchgrabungen zum Aufspüren und Markieren der Umfassungsmauern im Nord-West-Teil der Luisenstädtischen Kirche sowie exemplarischen Freilegung von Gewölbekappen durchgeführt. Die Ergebnisse der Forschungsarbeiten wurden nach Überprüfung in die endgültige Gestaltung der Gedenk- und Erholungsstätte einbezogen.

Als Vorarbeiten für geplante „Gedenktafeln“ vor Ort haben sich die Schüler mit der Geschichte der Luisenstadt als Stadtteil sowie deren Zerstörung im Jahr 1945 befasst. Die Resultate werden als textliche und bildliche Gestaltung für die Tafeln umgesetzt.

Das Palais am Festungsgraben

Mitte Museum - Festungsgraben

 

Das denkmalgeschützte Palais am Festungsgraben wird heute vielfältig genutzt, u. a. präsentiert das Mitte Museum hier seine Wechselausstellungen. 1751-1753 wurde es als Palais Donner errichtet (Baurat Chr. Fr. Feldmann). Der Umbau zum Preußischen Finanzministerium 1861-1863 bestimmt seine heutige spätklassizistische Gestalt. Mit der Präsentation des museumspädagogischen Kinderprojektes „Lach-Genuss“ hat das Museum an die Geschichte des Palais am Festungsgraben erinnert. Außerdem wurden Führungen durch die alte Mitte Berlins angeboten.

Schule auf dem Gesundbrunnen

Mitte Museum - Gesundbrunnen

 

Das Gebäude des Mitte Museums am Gesundbrunnen wurde 1864-1866 als 26. Gemeindeschule errichtet (Stadtbaurat Adolph Gerstenberg). Stilistisch ist es der Schinkelschule zuzuordnen. Seit 1987 wird der Bau museal genutzt. Die einstige „Schule auf dem Gesundbrunnen“ befindet sich am gleichen Ort wie die frühere Quelle des „Friedrichs-Gesundbrunnen“. In einer Aufführung erzählten Schüler die Geschichte des Gesundbrunnens und dessen Umgebung pantomimisch nach. Außerdem wurden Führungen durch das Museum angeboten.

Rummel in der Hasenheide/ Neue Welt

Museum Neukölln

 

Auf dem Gelände der von 1865-67 gebauten Bergschloß-Brauerei wurde 1868 eine Ausschankstätte errichtet, aus der in den folgenden Jahren ein großer Vergnügungspark wurde. Die Neue Welt galt mit ihren Musik-, Tanz-, Theater-, Akrobatikveranstaltungen, Bierfesten und rummelartigen Einrichtungen als das Synonym für das Berliner Vergnügen.

Für die Vorbereitung der Veranstaltungen am Tag des offenen Denkmals hat der Wahlpflichtkurs Gemeinschaftswissenschaften der 9. Klassen der benachbarten Albert-Schweitzer-Schule in einer Projektwoche die Geschichte des Geländes recherchiert, von der Errichtung, den Umbauten und der Nutzung der Gebäude bis zu den vielfältigen Veranstaltungen vergangener Zeiten auf dem gesamten Gelände. Am Tag des offenen Denkmals am 13. September 2009 wurde in einer kleinen Ausstellung und in Führungen über das Gelände und durch die Gebäude die Geschichte des Vergnügens in Neukölln/ Rixdorf wieder lebendig gemacht.

Von der fürstlichen Tafel bis zum Offizierskasino

Stadtgeschichtliches Museum Spandau

 

Im Rahmen der Ausstellung „Auf der Suche nach dem verschwundenen Schloss der Lynars“ haben Schülerinnen und Schüler Ess- und Trinkgewohnheiten in verschiedenen Epochen erkundet.

Zeichnungen, Malereien und Plastiken wurden angefertigt und gesammelt, gesichtet und dann auf einem großen Tisch zu einer "fürstlichen Tafel" zusammengeführt. Eine Theatergruppe aus Schülerinnen und Schüler der Martin-Buber-Oberschule hat sich, in entsprechenden historischen Kostümen, um diese Tafel gruppiert und ein festliches Mahl nachgestellt. Die Schülergruppe der Lily-Braun-Oberschule hat dieses "Schauspiel" im Stil der amerikanischen Künstlerin Cindy Sherman fotografiert.

Diese Tafel, zusammen mit den Fotos, den Zeichnungen und Malereien sowie den Verlauf des Projektes dokumentierende Schautafeln wurden am Tag des offenen Denkmals im Gotischen Haus in der Breiten Straße ausgestellt. Mehrere Male trat die Theatergruppe auf, um das oben beschriebene Mahl nachzustellen.

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