Kurzvorstellung der Projekte - werkstatt denkmal 2017

Tempelhof Schöneberg: Macht und Pracht rund um die Schöneberger Dorfaue

 

Prächtig sind sie, die Stadtvillen der sogenannten “Millionenbauern” rund um die Schöneberger Dorfaue. Im Rahmen eines mehrtägigen Workshops nimmt eine 8.Klasse des Robert-Blum-Gymnasiums die Bebauung und das Sozialgefüge zwischen Albertstraße und Domenicusstraße/Hauptstraße in den Blick - historisch und aktuell. Die Klasse recherchiert zu den sogenannten Millionenbauern, erkundet den alten Kirchhof, forscht zum Prälaten und zur Schlossbrauerei.

Am Tag des Offenen Denkmals gibt es eine Führung über das Gelände.

 

 

Reinickendorf: Lapidarium im Garten des Museums

 

Seit den 1970er Jahren befand sich eine kunsthistorisch und stadtgeschichtlich wichtige Sammlung von Skulpturen, historischen Bauteilen und „Straßenmöbeln“ aus der Sammlung Jule Hammer im Hof des Tegel-Centers in Reinickendorf. Die in den letzten Jahrzehnten in Vergessenheit geratene Sammlung konnte gerettet werden und wurde im Garten des Museums Reinickendorf neu aufgestellt. Zum Tag des offenen Denkmals wird ein Projekt präsentiert, bei dem Schüler, gemeinsam mit einem Restaurator, Bauplastiken erforschten und selbst angeleitet wurden, sich als Steinmetz zu betätigen.

 

 

Mitte: Ich und mein Schloss.

 

Das Humboldt Forum, der Palast der Republik und das Berliner Stadtschloss:

drei Gebäude  an einem Ort zu unterschiedlichen Zeiten, mit unterschiedlichen Funktionen.

Macht- und prachtvoll dominieren sie das Berliner Stadtzentrum.

Es ist nicht nur der architektonische Prunk, der hier beeindrucken soll und sollte.

Die Jugendlichen besichtigen die Baustelle des Humboldt Forum, hören die Geschichte seiner Vorgänger und schauen in einem Collagen- Workshop hinter die schöne Fassade der Macht.

 

 

Kreuzberg Friedrichshain: Der Böhmische Gottesacker

 

Die ag friedhofsmuseum berlin e.V. führt in diesem Sommer zusammen mit dem Büro museeon und dem Bezirksmuseum Friedrichshain Kreuzberg ein Schülerprojekt auf dem Böhmischen Gottesacker am Halleschen Tor in Berlin durch. Zusammen mit einer 7. Klasse der Leibniz-Oberschule soll sich anhand der Böhmischen Einwanderer des 18. Jahrhunderts mit den Problemen der Migration in Berlin beschäftigt werden. Es wird geforscht und restauratorisch und künstlerisch auf dem Friedhof gearbeitet. Spiegeln sich Macht und Pracht oder eher das Gegenteil in den Grabstätten?

Die Ergebnisse werden im Rahmen eines Workshops am Tag des offenen Denkmals an den böhmischen Migration in Kreuzberg der Öffentlichkeit präsentiert werden.

 

 

Pankow: Auf den Spuren von Werner Klemke durch Weißensee

 

Schülerinnen und Schüler der Grundschule am Weißen See präsentieren in einem Rundgang die Ergebnisse der Beschäftigung mit ihrem 1929 bis 1931 erbauten neusachlich-prächtigen Schulgebäude und der Biografie des prominenten Schülers Werner Klemke. Der Grafiker, Buchkünstler und Hochschullehrer lebte und wirkte zeitlebens in Weißensee. Der kommentierte Rundgang führt durch den jüngst nach Klemke benannten Park bis zu seinem Wohnort in der Tassostraße.

 

 

Lichtenberg: Gedenkstätte der Sozialisten

 

Auf dem Friedhof Friedrichsfelde befindet sich die Gedenkstätte der Sozialisten, mit der die Macht der DDR-Führung über das Erinnern ausgedrückt werden sollte. 

Es liegen schon einige Erkenntnisse und auch eine kurze Publikation darüber vor, wie der Gedenkort entstand und mit welchem Anspruch er errichtet worden ist. Zum Beispiel mussten andere Gräber, wie das des jüdischen Finanziers Bleichröder weichen. Aber auch Grabstätten, z.B. die von Käthe Kollwitz und anderer Künstlern geben Auskunft über die Erinnerungskultur zu verschiedenen Zeiten. Das vielschichtige Projekt wird von Schüler*innen des Kant-Gymnasiums realisiert.

 

 

Charlottenburg Wilmersdorf: Villa Kogge

 

Die Villa Kogge ist eines der ältesten Patrizierhäuser Charlottenburgs und befindet sich in unmittelbarer Nähe des Rathauses. Sie wurde in den Jahren 1864 bis 1866 für den Holzhändler Albert Kogge erbaut. Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts wurde sie originalgetreu restauriert und steht unter Denkmalschutz. Schüler*innen der Ersten Aktivschule Charlottenburg werden die Entstehung und Entwicklung des Gebäudes erforschen und sich mit der heutigen Nutzung als Standesamt beschäftigen.

werkstatt denkmal 2017 "Macht und Pracht"

werkstatt denkmal - Jugendprojekt von Denk mal an Berlin e.V. und dem Arbeitskreis Berliner Regionalmuseen 2017

 

Das Thema

 

Das Motto für den Tag des offenen Denkmals am 09. und 10. September 2017 lautet „Macht und Pracht“ (http://tag-des-offenen-denkmals.de/thema/). Gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen gilt es also zu erfahren, wie Adel, Bürgertum und Kirche durch Architektur und Kunst ihren Führungsanspruch sichtbar gemacht haben. Genauso stehen sozialgeschichtliche Aspekte wie Machtmissbrauch im Fokus. Ebenso können sich die Schülerinnen und Schüler kreativ und forschend darüber auseinandersetzen, ob Bescheidenheit auch eine Macht sein kann – hier kann das Reformationsjahr 2017 als Thema aufgegriffen werden. Es soll aber auch darum gehen, gemeinsam die Freude an Zierrat und Dekoration in und an Bauwerken, Gärten und Parks zu entdecken.

 

 

Das Projekt

 

Das Jugendprojekt werkstatt denkmal wird seit 2004 in jedem Jahr zum Tag des offenen Denkmals von dem Verein Denk mal an Berlin e. V. in Kooperation mit dem Arbeitskreis Berliner Regionalmuseen (ABR) organisiert. Es ist das langlebigste und größte Projekt seiner Art in Berlin. Die kreativ-künstlerischen, historisch fundierten und pädagogisch betreuten Projektwochen der werkstatt denkmal richten sich an Berliner Schülerinnen und Schüler aller Jahrgangsstufen und Schulformen.  Dabei stehen Bau- und Gartendenkmale in der schulischen Umgebung im Mittelpunkt.

 

Thematisch orientiert sich werkstatt denkmal am jährlich wechselnden Motto zum Tag des offenen Denkmals und bietet damit bereits im 14. Jahr ein abwechslungsreiches Programm zur Erkundung der Berliner Stadtgeschichte. So sind immer wieder neue Blickwinkel auf die Denkmallandschaft der Stadt möglich.

 

Kinder und Jugendliche aus sieben Berliner Bezirken und verschiedenen Schulen sind auch im Sommer 2017 wieder eingeladen, gemeinsam mit Künstlern, Museumspädagogen und Experten eine Zeitreise in die bauliche Vergangenheit ihres Umfelds zu unternehmen, ihre alltägliche Umgebung zu erforschen und künstlerisch-kreativ zu dokumentieren.

 

In der Projektphase der werkstatt denkmal, die in der Regel eine Woche umfasst, werden unter Denkmalschutz stehende Gebäude, Anlagen und Objekte zu kreativen Werkstätten. Im entdeckenden, experimentellen, aber auch sensiblen Umgang mit diesen Kulturgütern wird unter pädagogisch-künstlerischen Begleitung eine lebendige Auseinandersetzung mit der Berliner Geschichte möglich. Die Schülerinnen und Schüler können sich naturwissenschaftlich, historisch und kreativ mit den unter Denkmalschutz stehenden Projektgegenständen auseinandersetzen.

 

Außerdem eröffnen künstlerische Darbietungen in Form von Theaterstücken, Kurzfilmen oder Open-Air-Ausstellungen sowie historisch fundierte Beiträge – etwa Führungen oder ein Denkmal-Parcour -  eine neue Perspektive auf unsere Stadt. Die vielfältigen Vermittlungsformate werden von den Schülerinnen und Schülern selbst entwickelt. Die Begeisterung, mit der sie ihre Arbeit aufnehmen, ist ansteckend. Im Rahmen des Denkmalsalons im Roten Rathaus kommt es zum Abschluss des Tags des offenen Denkmals zu einem weiteren Höhepunkt des Projekts, wenn die Kinder und Jugendlichen die Ergebnisse ihres einwöchigen Workshops präsentieren.

 

Der gemeinnützige Verein Denk mal an Berlin e.V. setzt sich seit seiner Gründung 2003 für die Sanierung und Würdigung von Denkmalen der Berliner Denkmallandschaft ein. Mittlerweile zählt der Verein weit über 300 Mitglieder. Denk mal an Berlin e. V. fördert den Denkmalschutz und das denkmalpflegerische Engagement durch Jugendprojekte, Veranstaltungen, Spendensammlungen und Öffentlichkeitsarbeit.

 

Mit der werkstatt denkmal erzeugt Denk mal an Berlin e.V. in Kooperation mit dem Arbeitskreis Berliner Regionalmuseen (http://www.regionalmuseen-berlin.de/) kontinuierlich seit 2004 ein denkmalpflegerisches Bewusstsein in der jungen Generation. werkstatt denkmal ist damit das langlebigste und größte Projekt seiner Art in Berlin für das der Verein 2010 mit dem höchsten Berliner Denkmalpreis, der Ferdinand-von-Quast-Medaille, ausgezeichnet wurde.

 

Projektkoordination werkstatt denkmal 2017

 

Annette Kio Wilhelm, Kontakt: werkstatt@denk-mal-an-berlin.de

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