Weihnachtstreffen 14.12.2005

Am 14. Dezember 2005 fand ein weihnachtliches Miteinander in den Geschäftsräume des Vereins Denk mal an Berlin e.V. statt, um bei Punsch und Plätzchen das zurückliegende Jahr ausklingen zu lassen.

In diesem Jahr haben wir unsere Weihnachtsfeier mit einer Ausstellungseröffnung des Bildhauers und Malers Hubertus Hess in unseren Räumen verbunden.
Daraus ergab sich die Gelegenheit, in diesem Rahmen Kunst- und Denkmalfreunde zusammenzuführen und einen unterhaltsamen und interessanten Abend miteinander zu verbringen.

Kammergericht Elsholzstraße 17.11.2005

Das im Neobarock gehaltene Kammergerichtsgebäude (1909-13 von Paul Thoemer, Rudolf Mönnich und Carl Vohl) wurde auf dem Gelände des ehemaligen Botanischen Garten errichtet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der kaum zerstörte Komplex von den Alliierten beschlagnahmt und bis 1991 als Sitz des Alliierten Kontrollrats genutzt. Nach der Sanierung 1991-97 beherbergt es heute wieder das Kammergericht. Hinter der Hauptfassade verbergen sich insgesamt 500 Räume, in denen unter anderem die berüchtigten Freislerschen Schauprozesse und die Unterzeichnung des Berliner Viermächteabkommens stattfanden.

Herr Dr. Vossler, Richter im Kammergericht, und Fr. Schade, Denkmalpflegerin der Unteren Denkmalbehörde Schöneberg, führten durch das Gebäude und erläuterten die Geschichte und die konservatorischen Maßnahmen dieser beeindruckenden Räumlichkeiten.

Abschluss der Restaurierungsmaßnahmen 27.09.2005

Am südöstlichen Ende des Geländes der Charité befindet sich das beeindruckende und anrührende Denkmal für Albrecht von Graefe, den Begründer der modernen Augenheilkunde (1828-1870). Im Jahre 1882 errichteten die Architekten Martin Philipp Gropius und Heino Schmieden das Monument, dessen Mittelpunkt eine überlebensgroße Plastik von Rudolf Leopold Siemering ist.

Durch Verwitterung und Kriegseinwirkung hatte das Denkmal sehr gelitten. Durch die Initiative von Denk mal an Berlin e.V. konnte mit Hilfe der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG), deren Gründungsvater von Graefe ist, und der einschlägigen medizinischen Wirtschaft sowie des Landesdenkmalamtes und des Bezirks Mitte die Sanierung durchgeführt werden.

Am Dienstag, dem 27. September 2005 um 11 Uhr fand die Wiederenthüllung des Denkmals durch den Präsidenten der DOG, Prof. Dr. Michael Foerster statt.
Im Anschluss gab es einen kleinen Festakt in der Hörsaalruine des Berliner Medizinhistorischen Museums auf dem Gelände der Charité. Dort erörterte der stellvertretende Landeskonservator Herr Dr. Klaus von Krosigk das Thema „Denkmale im öffentlichen Raum“.

Denkmal-Stammtisch 20.09.2005

Anregende Gespräche, interessante Kontakte und kurzweilige Denkmal-Information waren das Fazit unseres ersten Denkmalstammtisches im April im Künstlerclub DIE MÖWE. Die durchweg positive Resonanz bestärkte uns darin, den Stammtisch zu einer festen Größe in Veranstaltungskalender des Vereins werden zu lassen.
Der zweite Denk mal-Stammtisch fand nun am 20. September 2005 um 19.00 Uhr zum Thema „Denkmalpflege als Imagefaktor“ abermals im Künstlerklub DIE MÖWE statt.
Zur Einführung in das Thema und Eröffnung des Dialoges sprachen:
• Dr. Elisabeth Ziemer, Bezirksstadträtin Tempelhof-Schöneberg
• Josiette Honnef, GASAG Pressereferentin
• Peter Häger, Landesdenkmalrat Berlin/ ehem. Becker & Kries Unternehmensgruppe

Seminar zur Ausstellung "Zeitschichten" 03.09.2005

Wissen über den Erhalt von Denkmalen, ihre fachgerechte Restaurierung Denkmaleigentümer, Denkmalnutzer, Bauherren und interessierte Laien in interessanten Seminaren zu vermitteln ist Aufgabe der Denkmal-Akademie – einer Initiative der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

Gern sind wir dem Angebot der DenkmalAkademie gefolgt und haben das Seminar zur Ausstellung „ZeitSchichten“, „Dehio – Denkmalstädte Görlitz und Dresden“, am 3./ 4. September 2005 besucht.

Am Beispiel von Görlitz wurde den Teilnehmern am Samstag städtebaulicher Denkmalschutz, Bauen im Bestand und Umnutzung als Chance sowie Stadtumbau Ost und Rekonstruktionen im Denkmalschutz vorgestellt. Ein umfangreicher Gang durch Görlitz, mit Besichtigung von Kulturdenkmalen vor und nach der Restaurierung, von genutzten, ungenutzten und umgenutzten Baudenkmalen folgte.

Am Sonntag besuchten die Teilnehmer die Ausstellung „ZeitSchichten“ zum Leben und Werk Georg Dehios im Dresdner Residenzschloss und besichtigten die Stadtreparatur in Dresdens Stadtkern wie Residenzschloss, Frauenkirche und Neumarkt.

Ein Teil der Seminarkosten ist als Spende an den Verein Denk mal an Berlin e.V. zur Finanzierung des Jugendprojektes „Denkmäler - Gedenken an den Krieg“ zurückgeflossen.

Schloss und Park Biesdorf 18.08.2005

Das Schloss wurde 1867-68, dem italienischen Villenstil der späten Schinkelschule folgend, von Gropius & Schmieden erbaut. Gleichzeitig wurde ein großer Park angelegt, den Albert Brodersen seit 1891 erweiterte und neu gestaltete. Nachdem sich das Anwesen seit 1887 im Besitz der Familie Siemens befunden hatte, kaufte 1927 die Stadt Berlin den Besitz und öffnete ihn für die Bürger. 1945 brannte vermutlich durch Brandstiftung das Schloss nieder und wurde 1946 ohne das obere Stockwerk wieder aufgebaut.

Nach wechselnder Nutzungsgeschichte – in der einst zu Wohnzwecken bestimmten Villa waren zwischenzeitlich Lehrerwohnungen, Polizeidienststelle sowie die Ortsgruppe der NSDAP untergebracht – wird das Gebäude seit 1994als soziokulturelles Zentrum genutzt. Seit 1979 steht das Ensemble sowie der historische Biesdorfer Ortskern unter Denkmalschutz.

Seit 1990 wir die Parkanlage unter der wissenschaftlich-konservatorischen Leitung und im Auftrag der Gartendenkmalpflege des Landesdenkmalamtes Berlin sowie in kollegialer Mitarbeit des bezirklichen Natur- und Grünflächenamtes wieder hergestellt. Die schrittweise Sanierung und Wiederherstellung des Schlosses in seinem äußeren Erscheinungsbild hat sich 2002 die Stiftung Ost-West-Begegnungsstätte Schloss Biesdorf e.V. zur Aufgabe gemacht.

Raphael Abrell, Büro für Architektur, Städtebau und Denkmalpflege (BASD), Westphal und Schlotter und Josef Batzhuber, Landesdenkmalamt Berlin, stellten die Baugeschichte und denkmalpflegerische Instandsetzung des Schlosses und der Parkanlage vor.

Schlossführung mit anschließenden historischen Dinnern 28.07.2005

Ein besonderes Geschichtserlebnis hat die kompetente Führung durch das Schloss Königs Wusterhausen und die Sonderausstellung mit anschließendem historischem Dinner angeboten.

Am Donnerstag, den 28. Juli 2005, fand die Führung von 17.00 bis 18.00 Uhr durch das Schloss Königs Wusterhausen und die Sonderausstellung „Lange Kerls“ statt.

Ab 18.30 Uhr folgte das historische 2-Gang-Menü im Schlossrestaurant in den Kavalierhäusern.

Der als ‚Soldatenkönig’ bekannte König Friedrich Wilhelm I. liebte seit seiner Jugend den Ort Wusterhausen und nutzte das Schloss regelmäßig als Jagdrefugium und Residenz. Das Schlossmuseum gibt einen vorzüglichen Einblick in die Zeit, in der Preußens Aufstieg zur europäischen Großmacht begann und in das Leben Friedrich Wilhelm I. Die Sonderausstellung „Lange Kerls – Muster, Mythos oder Maskerade“ veranschaulicht und dokumentiert die Lebens- und Dienstbedingungen der ‚langen Kerls’. Das Andenken an diese 1717 in das Königsregiment Nr. 6 einrangierten Elite-Infanteristen hat sich über die Jahrhunderte in Bildern, Legenden und Anekdoten bewahrt.

Zu der Anlage des königlichen Schlosses gehört auch das Ensemble der Kavalierhäuser. Einst Unterbringung für Jagdgäste, Höflinge und Domestiken, bietet heute das Schlossrestaurant in königlichem Ambiente kulinarischen Hochgenuss: Die Besonderheiten sind die Gerichte nach historischen Rezepten sowie das ebenfalls nach alter Rezeptur gebraute „Wusterhauser Zwölfender“, ein obergäriges, dunkles Bier aus der hauseigenen Hofbrauerei.

Pflanzen für historische Anlagen 21.05.2005

Vor rund 160 Jahren im Jahr 1843 wurde die Baumschule Lorberg gegründet. An ihrem heutigen Standort in Tremmen westlich Berlins entstand ein hochmoderner Baumschulbetrieb mit starker, technischer Ausstattung auf einer Gesamtfläche von ca. 450 ha. Insgesamt beschäftigt die Baumschule einschließlich der Verwaltung 95 Mitarbeiter.

Der Traditionsbetrieb Lorberg ist wichtiger und kompetenter Ansprechpartner der Denkmalpflege bei der Sanierung und Wiederherstellung unter Denkmalschutz stehender Anlagen. Eine Spezialität der Baumschule ist die kunstvolle Gestaltung von Formgehölzen für historische Park- und Gartenanlagen. Architektonisch geformte Linden in Kasten-, Dach- oder Spalierform oder geschnittene Eibenwürfel und -kegel finden Sie beispielsweise am Spreebogen in Berlin, im Schlosspark Sanssouci oder in der vollkommen neu angelegten Parkanlage Pocket Park im Tiergarten-Dreieck.

Stefan Lorberg, Geschäftsführer der Baumschule Lorberg, führte durch das Areal und erläuterte die Anlage und ihre anspruchsvollen Aufgaben.
Die Veranstaltung war sowohl für Erwachsene als auch für Kinder eine Gelegenheit, die Vielfalt der Natur in einer anschaulichen Besichtigung zu erkunden. Im Anschluss an die Führung wurde uns die Möglichkeit geboten, den Nachmittag bei interessanten Gesprächen und einem Glas Wein ausklingen zu lassen, wobei auch für das leibliche Wohl gesorgt war.

Benefizveranstaltung mit Radio EINS 06.05.2005

Um unser gegenwärtiges Förderprojekt, den Märchenbrunnen im Volkspark Friedrichshain, auch einer größeren Öffentlichkeit bekannt zu machen und die Spendenbereitschaft der Bevölkerung anzuregen, hatte der Verein zusammen mit dem bekannten Radiosender radio eins am 6. Mai 2005 eine Benefizveranstaltung organisiert, bei der auch Bücher CD’s, Postkarten, Souvenirs etc. zugunsten des Märchenbrunnens verkauft werden sollten.

Der gleichermaßen informative wie unterhaltsame Radio-Wochenrückblick „Die schöne Woche“ fand in der Zeit von 13.00 – 19.00 Uhr direkt am Märchenbrunnen statt. Die Moderatoren hatten direkt vor Ort gesendet, um so auf den Restaurierungsbedarf dieser wohl schönsten und größten Brunnenanlage Berlins aufmerksam zu machen. Mit dem Verkauf von Sachspenden und der Versteigerung mit Hilfe des Radiosenders war es uns möglich, einen größeren Betrag für den Märchenbrunnen-Spendentopf zu erhalten!

Denk mal-Stammtisch 27.04.2005

Ein Gedanke, der nicht nur uns, sondern auch einige Mitglieder seit längerem beschäftigte, sollte jetzt Gestalt annehmen. Um eine Möglichkeit zu schaffen, sich besser oder überhaupt erst kennenzulernen und dadurch den Gedankenaustausch untereinander zu fördern, aber auch um neue Ideen und Anregungen für den Verein zu erhalten, haben wir einen Stammtisch mit dem Motto „Denk mal an ...!“ eingerichtet.

Zu einem ersten Treffen am 27. April 2005 um 19.00 Uhr im Künstlerklub DIE MÖWE, konnten wir zahlreiche Mitglieder und denkmalinteressierte Gäste einladen.

Unser Mitglied Petra Kahlfeldt, Kahlfeldt Architekten, hatte eine kurze Einführung in ihre aktuellen Projekte gegeben. Das Büro Kahlfeldt zeichnet sich beispielsweise verantwortlich für den Umbau des ehemaligen Offizierskasinos der Landwehr zu Ausstellungsräumen der Helmut Newton Stiftung/ Museum für Fotografie. Ein weiterer Schaffensbereich des Büros im Bereich Denkmalpflege ist der Umbau einstiger Industriegebäude insbesondere der BEWAG. Diese einführenden Worte hatten Anstoß zu einem regen Austausch untereinander gegeben.

Mitgliederversammlung 08.04.2005

Die Mitgliederversammlung unseres Vereins fand – dank der freundlichen Bereitschaft und großzügigen Vermittlung von Frau Dr. Margrit Bröhan – am 8. April 2005 um 18.00 Uhr im Bröhan-Museum statt.

Der stellvertretende Landeskonservator Klaus von Krosigk hatte – als anschauliche Einstimmung auf den anschließenden Tagesordnungspunkt – in einem kurzen Vortrag einen Einblick in die park- und gartenplanerischen Arbeiten Ludwig Hoffmanns gegeben, dem Schöpfer des Märchenbrunnens im Volkspark Friedrichshain.

Darüber hinaus bestand die Möglichkeit, um 16.30 Uhr an einer Führung durch die derzeitige Sonderausstellung des Museums "Klimt, Schiele, Kokoschka, Kubin - Österreichische Zeichenkunst der Moderne" teilzunehmen.

St. Marien am Behnitz 17.02.2005

Die Marien-Kirche, erbaut nach den Plänen des Schinkel-Schülers Soller, ist nach der Hedwigskathedrale die zweitälteste katholische Kirche Berlins aus der Zeit nach der Reformation. Am 21. Juni 1848 eröffnet, wurde sie 1910 an den Miltärfiskus verkauft, der sie als Garnisonskirche nutzte und umbauen ließ. Die Bomben des 2. Weltkrieges schädigten die Kirche zwar erheblich, dennoch konnte sie innerhalb kürzester Zeit wieder hergerichtet werden. Eine vollständige Restaurierung und Sanierung erfolgte im Jahr 1964. Dabei wurden die noch vorhandenen Wandmalerein getilgt, die Fenster im Chor zugemauert, neuer Verputz aufgetragen und grün gestrichen.

Ab 1995 in Besitz des Erzbistums Berlin, konnte das Kirchengebäude keiner adäquaten Nutzung zugeführt werden. Schließlich wurde St. Marien 2002 an das Ehepaar Kißner verkauft. Sollten anfänglich nur bauwerkserhaltende Maßnahmen durchgeführt werden, so haben erste Untersuchungen schnell ergeben, dass aufwendigere Sanierungsmaßnahmen nötig sind. Diese - einschließlich des Einbaus einer neuen Orgel - wurden vollständig von dem Ehepaar Kißner übernommen. Inzwischen wird St. Marien am Behnitz neben seiner Funktion als Gotteshaus als Veranstaltungsstätte für ein vielseitiges kulturelles und spirituelles Angebot genutzt.

Im November 2004 erhielten die Eheleute den Deutschen Preis für Denkmalschutz des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz. Die silberne Halbkugel ist eine der höchsten Auszeichnungen. Dass das Paar eine Kirche gekauft, saniert und zu einem Kulturzentrum gemacht hat, begeisterte die Jury.

Dieter Nellessen, Denkmalpfleger der Unteren Denkmalschutzbehörde in Spandau, führte durch das Gebäude und erläuterte die Sanierung. Bei einem anschließendem Gespräch konnten auch viele Einzelfragen beantwortet werden.

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