Tag des offenen Denkmals "Romantik, Realismus, Revolution - Berliner Erbe"

Von wegen alte Steine! Denkmäler stecken voller Geschichten, auch wenn man ihnen das vielleicht auf den ersten Blick nicht ansieht. Das Projekt werkstatt denkmal brachte beim diesjährigen Tag des offenen Denkmals junge Menschen und Berliner Denkmäler zusammen - und Orte zum Sprechen. Bei solch ungewöhnlichen Begegnungen gab es viel zu entdecken und zu erfahren, z.B. dass wir alle ein Teil der Geschichte(n) sind, die unser Kiez erzählt.

 

"werkstatt denkmal" ist ein Gemeinschaftsprojekt des Arbeitskreises Berliner Regionalmuseen in Kooperation mit Denk mal an Berlin e.V..

 

Über 200 Kinder und Jugendliche aus ganz Berlin haben gemeinsam mit Künstlern, Museumspädagogen und Experten Zeit- und Forschungsreisen in die Vergangenheit ihrer alltäglichen Lebensumwelt gemacht und Denkmäler in der Nachbarschaft untrer die Lupe genommen. Die einzelnen Projekte waren dabei auf sieben verschiedene Berliner Bezirke aufgeteilt.

 

Im Wedding wurde ein Theaterstück über die komplizierte Geschichte entworfen, wie Berlin zur Großstadt und der Wedding zu einem Stadtteil Berlins wurde.

Das Thema "Gesundheit" wurde in Pankow in den Wänden des Gesundheitshauses behandelt. Die Öffnung 1928 galt damals als kleine Revolution, denn dort gab es zum ersten Mal alle Fürsorge unter einem Dach. Zu dieser Zeit lebten viele Menschen dicht gedrängt und unter miserablen Umständen, Anlaufstellen für medizinische Hilfe waren selten. Die Jugendlichen haben sich das Haus von oben bis unten angesehen und forschten in alten Dokumenten. Somit konnten sie den Interessierten einen ausgiebigen Rundgang durch das Haus anbieten.

In Neukölln haben die Jugendlichen auf dem Garnisonfriedhof am Columbiadamm genau hingeschaut und konnten somit zu einem spannenden Rundgang über den Friedhof einladen. Neben dem Flughafen Temeplhof, welcher früher als riesiger Übungsplatz für Soldaten diente, wurde vor 150 Jahren der kleine Friedhof eingerichtet, auf dem viele gefallene Soldaten begraben wurden.

Wer etwas verändern will, muss den Mund aufmachen. Manchmal gehört dazu ziemlich viel Mut. Daran erinnert unter anderem der Friedhof der Märzgefallenen im Volkspark Friedrichshain. Dort liegen über 200 Berliner Bürger, die bei Straßenkämpfen im März 1848 ums Leben kamen. In dieser Zeit gingen viele Menschen für Meinungsfreiheit und Veränderungen in ihrem Land auf die Straßen. Hier wurde von den Projektteilnehmern ein Demonstrationszug gestartet, welcher mit Transparenten und Flugblättern über den Friedhof gezogen ist.

In Lichterfelde begaben sich die Schüler auf die Spuren von Werner von Siemens, welcher der Erfinder der ersten elektrischen Straßenbahn ist. Diese begann 1881 ihren Dienst in Lichterfelde. Schüler aus diesem Bezirk haben sich diese spannende Geschichte rund um Großstadt, Technik und Verkehr genauer angeschaut und stellten ihre Forschungsergebnisse vor.

Um das Denkmal des Freiherrn vom und zum Stein und um die Figuren der Siegesallee drehte sich die Arbeit der Projektgruppe in Spandau. Die Reste der Figuren bzw. Statuen lagern heute in der Zitadelle in Spandau und werden dort restauriert. In der Mönchsgasse steht nur der Freiheer vom Stein zur Besichtigung, dort konnte man im Rahmen einer Open-Air-Ausstellung mehr zur Thematik erfahren.

In Reinickendorf waren zwei Projektgruppen am Werk.
Zum einen in den Borsigwerken in Tegel, wo Kinder alten und neuen Spuren gefolgt sind und verborgene Bilder und Geschichten für die Öffentlichkeit entdeckt haben.
Zum anderen folgten Schüler auf der Gedenkstätte "Historischer Ort Krumpuhler Weg" der Geschichte des Geländes und stellten diese in einem Rundgang vor.

 

Denk mal an Berlin e.V. präsentierte die Ergebniss der Kinder und Jugendlichen im Rahmen des Denkmalsalons 2011 im Louise-Schroeder-Saal des Roten Rathaus.

 

In der Parochialkirche, dem Förderprojekt des Vereins, war der Verein mit einem Informationsstand vertreten und der Architekt Jochen Langeheinecke hielt einen anschaulichen Vortrag über die Rekonstruktion des Parochialkirchturms. Dank Herrn Peter Teichert bestand auch die exklusive Möglichkeit die Gruft zu besichtigen, was bei den Besuchern sehr beliebt war.

Impressionen

Demonstrationszug auf dem Friedhof der Märzgefallenen
Präsentation der Ergebnisse von werkstatt denkmal im Roten Rathaus
Der Infostand von Denk mal an Berlin e.V. in der Parochialkirche
Jochen Langeheineckes Vortrag über die Rekonstruktion des Parochialkirchturms

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