Führung durch die Grabungsfläche am Molkenmarkt am 14.10.2020

Trotz des Regens hatten wir die Chance, Einblicke in die Ausgrabungsarbeiten am Molkenmarkt zu erhalten. Seit 2019 wird die 6.000 m² Grabungsfläche erforscht. Der Fokus liegt auf Funden aus Zeiten der Industrialisierung. Dabei entdeckten die Archäologen aber auch Reste alter Fachwerkhäuser aus dem Mittelalter. Das Grabungsfeld umfasst auch Flächen zwischen dem Roten Rathaus und der Grunerstraße, wo ehemals drei Elektrokraftwerke standen. In den 1930ern mussten diese abgerissen werden. Heute werden als Fundstücke weißgeflieste Wände, Fußbodenfliesen, verrostete Eisengestelle und Trägerteile ausgegraben. Alle Objekte werden fotografiert, dokumentiert und aufgehoben. Fundstücke, die keinen direkten historischen Wert haben, dürfen von Besuchern als Andenken mitgenommen werden.

 

Aussicht auf das rote Rathaus © Lujain Lisa Ismael
Gebäudeplan ehemaliger Elektrokraftwerke © Lujain Lisa Ismael
Grabungsfläche am Molkenmarkt © Lujain Lisa Ismael

Führung durch den Neuen Garten des Schloss Cecilienhof mit anschließender Ausstellung zur Potsdamer Konferenz am 27.09.2020

Bei überraschend schönem Wetter führte uns Dr. von Krosigk, am letzten Sonntag im September, durch den Neuen Garten von Schloss Cecilienhof. 1787 erwarb der damalige Kronprinz Friedrich Wilhelm II. das Grundstück. Im Garten spiegeln sich sowohl die damalige Ägyptenbegeisterung als auch die Passion des Kronprinzen für englische Gärten wieder.

Am Ende der Tour hatten die Mitglieder die Möglichkeit die Ausstellung zur Potsdamer Konferenz im Schloss Cecilienhof zu besichtigen. Die rekonstruierten Büros der „Großen Drei“ sowieso zahlreiche audiovisuelle Medien geben neue Einblicke über den Verlauf des Zweiten Weltkriegs und dessen Folgen.

Wer neugierig geworden ist und am 27.09 nicht an der Führung teilnehmen konnte, hat noch bis zum 1. November die Möglichkeit, die Ausstellung zur Potsdamer Konferenz individuell zu besuchen.

 

Schloss Cecilienhof © Lujain Lisa Ismael
Ägyptisches Portal Orangerie © Heike Schlasse
Herr Dr. von Krosigk und unsere Mitglieder vor dem Schloss © Heike Schlasse
Holländisches Etablissement © Lujain Lisa Ismael
Konferenzsaal der „Großen Drei‘“ © Heike Schlasse

Die Wohnsiedlung Ceciliengärten in Schöneberg – Führung am Sonntag, 30. August

Mustergültig bis ins Detail zeigt sich die denkmalgerecht sanierte Wohnanlage mit ihrer liebevoll gepflegten Grünanlage am letzten Augustsonntag. Bei schönstem Wetter führte die Kunsthistorikerin Dr. Gerhild Komander durch die bereits 1912 geplanten, jedoch erst 1927 vollendeten Ceciliengärten. Die vom Schöneberger Stadtbaurat Heinrich Lassen errichtete Anlage verfügt am Eingang Semperstraße über einen Atelierturm, in dem der Maler Hans Baluschek wohnte.

Hofseitig mit Szenen kindlichen Daseins oder Darstellungen moderner Transportmittel geschmückt, ist die gesamte Anlage ein Freilichtmuseum des Art Déco. Den Teilnehmern der Führung wurde das Glück zuteil, einen Blick in das Innere eines Aufgangs zu nehmen. Ein großzügiges gestaltetes, fast kathedrales Entrée kontrastiert mit schlichten, recht engen Treppenaufgängen.

Den Abschluss der Führung bildete der Spaziergang entlang der Träger und der Eisackstraße. In geradliniger, schmuckloser Gestaltung verweisen die Wohnbauten der späten 1920er Jahre von Lassen bzw. von Mebes & Emmerich deutlich in Richtung des Modernen Bauens.

 

(c) Thomas Knoll, ooh-foto.de
(c) Thomas Knoll, ooh-foto.de
(c) Heike Schlasse
(c) Heike Schlasse
(c) Heike Schlasse

Führung über den Jüdischen Friedhof Berlin-Weißensee und Besuch des Grabmals von Oscar und Marie Blumenthal am 30.07.2020

Im Schatten uralter Bäume führten uns Frau Pick und Herr Männe kenntnisreich über die 1880 angelegte Anlage. Mit vielen tausend Grabstätten, die sich efeubesäumt aneinanderreihen oder groß und elegant von der Prominenz der Verstorbenen zeugen, macht der Friedhof einen fast verwunschenen Eindruck.

 

Am Ende unserer Tour besuchten wir die Grabstelle von Oscar Blumenthal und seiner Gattin Marie. Mit der denkmalgerechten Sanierung im kommenden Jahr will Denk mal an Berlin e.V. das Andenken an den Theaterdichter, Kritiker, Philologen und Schachminiaturerfinder bewahren. Für diese Arbeiten sind fast 40.000 EUR notwendig, die mit Fördermitteln und Spenden eingeworbenen werden sollen.

 

Diese besondere Führung war die erste Veranstaltung, die Denk mal an Berlin e.V. nach langer pandemiebedingter Pause seinen Mitgliedern anbieten konnte. Wir danken dem Förderverein Jüdischer Friedhof für sein Engagement.

 

(Beitrag von Heike Schlasse, Fotos von Thomas Knool/ ooh-foto.de)

 

 

Podcast-Reihe anlässlich der Gründung Groß-Berlins vor 100 Jahren

Die Gründung Groß-Berlins war ein Meilenstein, der bis dahin separierte Kleingemeinden unter eine Verwaltung brachte, mit Hilfe dessen die Wälder rund um die Stadt dem Gemeineigentum erhalten blieben und der vor allem architektonisch und stadtplanerisch bis heute wegweisend ist.

 

Eric Keller hat bei seinem Besuch in Steglitz-Zehlendorf erstaunliche Entdeckungen gemacht. Besuchen Sie mit seinem Podcast die Ausstellung "Neu Gross Grün" und erleben Sie mit seinen digitalen Reisetagebüchern die Baukultur der 1920er Jahre.

Neu Gross Grün - Ausstellung in Steglitz-Zehlendorf

Reisetagebuch Nr. 1: Das Stadion Lichterfelde und die Fabrik Abrahamsohn

Reisetagebuch Nr. 2: Die Schorlemerallee

Von Steinwüsten und Affenschaukeln: Engagierte Podiumsdiskussion von Denk mal an Berlin e.V. zur Umfeldgestaltung des Humboldt Forums in der Urania Berlin

Das Humboldt Forum eröffnet im Herbst 2020, doch wie wird sein Umfeld gestaltet sein? Welche Aufenthaltsqualität erwartet die BerlinerInnen und ihre Gäste? Entwürfe aus einem sehr frühen Wettbewerb (2013) ließen erahnen, dass mit großen Steinflächen zu rechnen ist, der Lustgarten zwischen Schloss und Altem Museum weiterhin ohne Rossebändiger und durch die Verkehrsachse der Linden zerteilt bleibt und der wunderschöne Neptunbrunnen nicht so bald an seinem historisch angestammten Platz stehen wird.

 

Die bisherigen spärlichen Äußerungen der Senatsverwaltung zu diesem Thema waren Denk mal an Berlin e.V. nicht genug. Deshalb lud der Verein am Mittwoch, 19. Februar 2020, zu einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion: Unser Vorstandsmitglied André Schmitz, Kulturstaatssekretär a.D., der kurzfristig für die erkrankte Dr. Elisabeth Ziemer eingesprungen war, trat als Moderator und Kuratoriumsmitglied der Stiftung Humboldt Forum in einer Doppelfunktion an und diskutierte scharfsinnig, pointiert und charmant mit Gästen aus Bundes- und Landesverwaltung, Landschaftsplanung und Naturschutz.

 

Seine Pläne für die Platzgestaltung vor den drei historisch rekonstruierten Fassadenseiten erörterte zunächst Timo Herrmann (bbz landschaftsarchitekten). Während Manfred Kühne (Senatsverwaltung für Stadtentwicklung), der für die ebenfalls erkrankte Senatsbaudirektorin Regula Lüscher antrat, die Hintergründe des Wettbewerbs und der Verkehrslenkung darstellte, bestätigte Petra Wesseler (Präsidentin des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung) die komplizierten und von außen oft nicht nachvollziehbaren Aufgabenverteilungen zwischen Bund und Land. Johannes Wien (Finanzvorstand der Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss) stellte hingegen klar, dass die Stiftung auch ohne ein Einheits- und Freiheitsdenkmal in Form einer Wippe auskommen könnte. Wenngleich dieses Denkmal eine beschlossene Sache sei, konnte André Schmitz nicht umhin, auf die wertvollen Bodenmosaike hinzuweisen, die – fachgerecht und kostspielig restauriert – künftig unter weiteren Bodenaufbauten der Wippe „gesichert“ würden. Was macht einen Kulturort solchen Ranges aus, muss man sich auch angesichts der immer längeren und heißeren Trockenperioden fragen. Tilman Heuser (Landesverband Berlin des BUND) verdeutlichte die Folgen versiegelter und vegetationsarmer Flächen im Stadtzentrum.

 

Die spannende und bewegende Diskussion riss auch das Publikum mit, das den Kleistsaal in der Berliner Urania fast bis auf den letzten Platz füllte. Darunter die bekannte Publizistin Lea Rosh und der unermüdliche Spendensammler für die historischen Fassaden Wilhelm von Boddien. Vertane Chance auf urbane Schönheit und historische Wahrhaftigkeit oder kluge Adaption eines auf den Grundmauern des Berliner Schlosses wiederhergerichteten Neubaus in das 21. Jahrhundert – die engagierte Diskussion von Denk mal an Berlin e.V. über die Umfeldgestaltung des Humboldt Forums zeugt von der mitreißenden Leidenschaft der BerlinerInnen für ihr historisches Zentrum.

 

Hier finden Sie einen Artikel des Tagesspiegel vom 20.02.2020 zu unserer Veranstaltung.

Und hier den Artikel der Süddeutschen ebenfalls vom 20.02.2020.

 

 

Vollbesetzter Kleistsaal am 19.02.2020 in der Urania Berlin
André Schmitz, Moderator des Abends und Mitglied des Kuratoriums der Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss
Podiumsteilnehmer im Gespräch, v.l.n.r: Tilman Heuser (BUND), Manfred Kühne (Senatsverwaltung für Stadtentwicklung), André Schmitz (Denk mal an Berlin e.V.), Johannes Wien (Vorstand Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss), Timo Herrmann (bbz landschaftsarchitekten) und Petra Wesseler (Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung)
Engagierte Stimme aus dem Publikum: Die Publizistin Lea Rosh, alle Bilder © Thomas Knoll

Kuratorenführung "original bauhaus"

Neues Jahr, das heißt neue, interessante Veranstaltungen mit Denk mal an Berlin e.V. Am Mittwoch, den 22.01., wurden wir von Frau Dr. Nina Wiedemeyer, Kuratorin des Bauhaus-Archivs Berlin, durch die Ausstellung „original bauhaus“ in der Berlinischen Galerie geführt. Sie berichtete über das Bauhaus und die zeitgenössische Rezeption. Frau Wiedermeyer oblag auch die kuratorische Gesamtleitung, dadurch erfuhren wir besondere Einblicke in die Fragestellungen der Jubiläumsausstellung. Eine Woche nach unserer Veranstaltung ist „original bauhaus“ mit einem Besucherrekord zu Ende gegangen. Sie war also nicht nur für uns ein schönes Erlebnis.

 

Erich Consemüller: Sitzende mit Bühnenmaske von Oskar Schlemmer im Stahlrohrsessel von Marcel Breuer, um 1926. © Dr. Stephan Consemüller/ Bauhaus-Archiv Berlin:

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